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Diversität
Zahlen scheren sich nicht ums Geschlecht

Managerin rechnet
Managerin kalkuliert: In der Pharmabranche sind die Aufstiegschancen gut. Quelle: Getty Images

Das Beispiel der Pharmaindustrie zeigt: Am meisten ist Frauen – und Männern – mit einem liberalen Umfeld gedient, das Kompetenz und Engagement honoriert.

Kommentar  
Von Seraina Gross
am 07.03.2018

Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten, heisst es im Journalismus – und, so scheint es, noch mehr in den sozialen Medien. Sie wirken wie ein Verstärker des Negativen. Seit Monaten beschäftigt uns eine Debatte um sexuelle Belästigung in Hollywood, am Arbeitsplatz und im Bundeshaus, in der Frauen vor allem in einer Rolle stattfinden: als Opfer.

 

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Damit wir uns richtig verstehen: Übergriffe sind Gift fürs Zusammenleben. Doch zur Zeit überlagert die Diskussion darüber die Fortschritte. Dazu gehört, dass Frauen immer stärker in den Markt für hochqualifizierte Arbeitskräfte vordringen. Das US-National Bureau of Economic Research hat festgestellt, dass die Chancen für Akademikerinnen, eine gute Stelle zu bekommen, seit 1980 gestiegen sind, während sie für Männer sanken. Titel der Studie: «The end of men and rise of women».

Exemplarisch für den Aufstieg der Frauen sind die wissensbasierten Industrien, allen voran die Pharmaindustrie. Sie hat erkannt, dass sie im «war for talents» nur bestehen kann, wenn sie mit der Diversität Ernst macht. Bei Roche und Novartis ist die Hälfte der Belegschaft weiblich, in R&D liegt der Frauenanteil sogar bei deutlich über 50 Prozent. Ein Viertel des Top-Managements von Novartis bestehe aus Frauen. An die Adresse derjenigen, die nach staatlichen Interventionen rufen, heisst das: Am meisten ist den Frauen – und den Männern – mit einem liberalen, freiheitlichen Umfeld gedient, das Kompetenz, Leistung und Engagement honoriert. Denn Zahlen – und um die geht es am Ende des Tages – scheren sich nicht ums Geschlecht.