Mit einem Kurssprung von zwölf Prozent hat der Online-Modehändler Zalando am Mittwoch in Frankfurt seinen Einstand an der Börse gefeiert. Danach bröckelte die Aktie allerdings auf 22,50 Euro ab. Der erste Kurs leuchtete mit 24,10 Euro auf der Anzeigetafel auf, deutlich über dem Ausgabepreis von 21,50 Euro.

«Es fühlt sich ein bisschen an wie eine Einschulung, jetzt müssen wir nur noch gute Noten schreiben», sagte Zalando-Chef Robert Gentz, der zusammen mit Finanzchef Rubin Ritter die traditionelle Glocke zum Börsenstart läutete.

 Der Börsengang bringt Zalando gut 600 Millionen Euro ein. Börsenspekulanten wetten zu der geplanten Erstnotiz auf steigende Kurse. Das erst 2008 gegründete Unternehmen wurde zum Ausgabepreis mit rund 5,3 Milliarden Euro bewertet.

Auf Einnahmen verzichtet

Zalando hatte die Papiere dabei unter dem maximalen Höchstpreis ausgegeben. Dabei hätte der Konzern selbst zum maximalen Preis nach eigenen Angaben Aktien für mehr als sechs Milliarden Euro verkaufen können, zehnmal so viele wie die Firma angeboten hatte. «Auf 30 Millionen Euro mehr oder weniger kommt es Zalando nicht an. Das Unternehmen hat ohnehin fast zu viel Geld», erläuterte ein Beteiligter die Beweggründe. «Wichtiger ist, wie sich die Aktie nachher entwickelt.»

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Nach dem Börsengang werden etwa 11,3 Prozent von Zalando an der Börse notiert sein. Ankerinvestoren hatten sich bereits früh Aktien im Wert von knapp 127 Millionen Euro gesichert.

Grösster deutscher Börsengang seit Jahren

Die Altaktionäre – allen voran der schwedische Finanzinvestor Kinnevik (bisher 35,6 Prozent) und die Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer (bisher 16,7 Prozent) – geben beim Börsengang keine Aktien ab, lassen ihren Anteil aber verwässern.

Mit einem Erlös von 605 Millionen Euro ist Zalando auch so der grösste Börsengang in Deutschland in diesem Jahr - für genau einen Tag: am Donnerstag will Rocket Internet bei der Erstnotiz 1,6 Milliarden Euro einsammeln.

(sda/reuters/me/ama)