Der deutsche Online-Modehändler Zalando wächst rasant, schreibt aber wegen hoher Investitionen weiterhin noch Verluste. Der Umsatz hat sich im vergangenen Jahr von 510 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 1,15 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Gleichzeitig hat sich aber auch der Verlust auf operativer Ebene vergrössert, wie Zalando mitteilte. Das Minus betrug 90 Millionen Euro und ist damit relativ zum Umsatz kleiner ausgefallen als im Vorjahr, als der Betriebsverlust 60 Millionen Euro betragen hatte.

In der Kernregion, die aus den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht, hat Zalando nach eigenen Angaben ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Informationen über den Reingewinn gab das Unternehmen keine heraus.

Jeder zweite retourniert

Anlaufverluste seien Teil der Strategie beim Eintritt in neue Märkte, sagte Co-Geschäftsführer Rubin Ritter. Entscheidend sei, dass sich die Margen in allen Regionen positiv entwickelten. Finanziell ist Zalando gemäss Rubin zudem gut aufgestellt. 2012 sei die Eigenkapitalquote von 39 Prozent auf über 50 Prozent gestiegen.

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Im Umsatz nicht eingerechnet sind Artikel, die von den Kunden wieder zurückgeschickt werden. Die Retourquote liegt laut Ritter bei rund 50 Prozent. Die Kosten für Rücksendungen seien Teil des Geschäftsmodells und könnten von Zalando verkraftet werden, sagte Ritter.

150'000 Produkte im Angebot

Seit seiner Gründung im Jahr 2008 hat der Online-Händler den Kleider- und Schuhversandhandel durcheinandergewirbelt. Das Internet gewinnt als Bestellweg vor allem unter jungen Leuten zunehmend an Bedeutung.

Zalando bietet als reiner Internet-Händler inzwischen 150'000 Produkte an. Ausser Bekleidungsstücken befinden sich darunter inzwischen auch Haushaltsartikel, Einrichtungsgegenstände für die Wohnung, Sportgeräte und Kosmetikartikel.

Zalando beliefert rund 10 Millionen Kunden in inzwischen 14 europäischen Ländern. Eine weitere Expansion schliesst Zalando vorerst aus. «Wir sind jetzt in allen wichtigen Märkten Europas vertreten. Auf sie wollen wir uns konzentrieren», sagte Co-Geschäftsführer David Schneider.

(tke/chb/sda)