Zalando ist die grösste Hoffnung im Firmenimperium der Samwer-Brüder: Seit dem raketenhaften Aufstieg des Online-Modehändlers, der vor fünf Jahren gegründet wurde, wird der IPO diskutiert. Erst sah es so aus, als ob die Pläne konkret würden: Noch 2014 soll der Gang aufs Parkett kommen, berichtet das «Manager Magazin». Es wäre der grösste Börsengang eines deutschen Tech-Unternehmens seit dem 5,4 Milliarden Euro schweren Listing von Chiphersteller Infineon im Jahr 2000.

Doch der Modehändler wiegelt ab. Ein Börsengang, über den immer wieder spekuliert wird, habe derzeit keine Priorität, erklärte Ritter. «Es ist eine mögliche interessante Option für die Zukunft.» Die Umbildung in eine Aktiengesellschaft vor einigen Monaten sei keine Vorentscheidung dafür. Auch beim Sprung in die schwarzen Zahlen gebe es keinen Druck: Zalando wolle mittel- bis langfristig Geld verdienen, derzeit sei es aber wichtig, in den Ausbau des Geschäfts zu investieren.

Die Zahlen des Berliner Start-ups nicht nur positiv: Zwar wächst der Online-Modehändler kräftig, schreibt aber nach wie vor rote Zahlen. Den Umsatz konnte Zalando 2013 um 50 Prozent steigern auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Und das, obwohl es kein leichtes Jahr für die Kleiderindustrie war – das Wetter machte Zalando zu schaffen. «2013 war ein schwieriges Jahr für Modehändler in Kontinentaleuropa. Die ungünstigen Wetterbedingungen haben insgesamt zu hohen Preisnachlässen im Modebereich geführt», sagte David Schneider, Mitglied des Vorstands von Zalando.

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An der Schwelle zum Gewinn

Dies schlug sich im Gewinn nieder: Die Ebit-Marge von Zalando lag weiterhin im negativen Bereich. Sie habe sich aber um rund einen halben Prozentpunkt verbessert von 7,2 Prozent im Jahr 2012, erklärte die Firma. Neben den Preisnachlässen hätten Ausgaben für Logistik und Technologie belastet. In der Kernregion Deutschland, Österreich und der Schweiz habe das Berliner Unternehmen beim operativen Ergebnis die Gewinnschwelle erreicht.

Zalando hat sich binnen fünf Jahren aus kleinsten Anfängen zu Europas größtem Modeversender entwickelt. Zalando wird immer wieder als Börsenkandidat gehandelt. Grösster Aktionär ist die schwedische Investmentgesellschaft Kinnevik.

(awp/me/sim)