Bei Uhren-Sammlern und -Aficionados aus aller Welt ist das kleine, feine Uhrenmuseum Beyer an der Zürcher Bahnhofstrasse 31 beliebt. Immer wieder gibt es in Sonderausstellungen Neues zu entdecken. So etwa in diesem Jahr noch bis zum 30. April seltene Chronographen, welche die bewegte Geschichte der Stoppuhr erzählen. Chronograph bedeutet wörtlich Zeitschreiber, und genau das tun diese Zeitmesser auch: Sie stoppen die laufende Zeit und schreiben sie aufs Zifferblatt.

Tintenzeichner-Taschenuhr

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte die Uhrenwelt phantasievolle Methoden wie etwa die Tintenzeichner-Taschenuhr mit zwei übereinander liegenden Zeigern. Der untere Zeiger hat an seiner Spitze ein verschraubtes, auswechselbares «Pfännchen» mit winzigem Loch, in welches Tusche eingefüllt wird (siehe Bild). Mit einem Drücker am Gehäuserand wird die Federwirkung des oberen Zeigers losgelassen und er schnellt kurz durch das «Pfännchen» und hinterlässt einen Punkt auf dem Email-Zifferblatt. So können mehrere Messungen hintereinander durchgeführt werden, allerdings mit dem Nachteil, dass nach Beendigung der Messungen die Tintenpunkte wieder ausgewaschen werden mussten.

Wichtiges Hilfsmittel im Sport

1862 entstand die erste richtige Chronographen-Taschenuhr, deren Messzeiger auf Knopfdruck auf dem Zifferblatt stehen blieb und wieder zum Ausgangspunkt zurück gebracht werden konnte. 1912 wurde erstmals an Olympischen Spielen die Zeit gestoppt. 1915 entwickelt Gaston Breitling den ersten Armband-Chronographen, und 1934 gelang seinem Sohn Willi der heutige Chronographen-Mechanismus mit zwei Drückern. Heute müsste der Chronograph eigentlich Chronoskop genannt werden, da die Zeit ja nicht mehr wirklich geschrieben wird.

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In der aktuellen Ausstellung kann das Uhrenmuseum Beyer rund 50 einzigartige Chronographen aus verschiedenen Epochen der Öffentlichkeit vorstellen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr.