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Herausforderung
Zeitungen dürften weiterhin weniger verdienen

Zeitungen am Kiosk: Der Umbruch in der Medienbranche ist voll im Gang.   Keystone

Die Umsätze in der Medienbranche dürften laut einer Studie auch in den nächsten Jahren zurückgehen. Immer mehr Leser wandern ins Internet ab. Doch Bezahlschranken akzeptieren diese kaum.

Veröffentlicht am 07.10.2014

Der Umbruch der Medienbranche im Internetzeitalter schreitet voran: Während einer Studie zufolge die Zukunft mobilen und interaktiven Geschäftsmodellen gehört, können die Zeitungsverlage den Rückgang ihrer Einnahmen auch mit Paywalls vorerst nicht aufhalten.

Der gesamte Unterhaltungs- und Medienmarkt dürfte dagegen gemäss den Schätzungen einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens PwC jährlich um 2 Prozent wachsen. Mit ungefähr 7 Prozent dürften die Umsätze für den Internetzugang und die Internetwerbung am stärksten zulegen.

Grössenordnung bleibt vorerst bestehen

Damit würde die Grössenordnung in der Medienbranche vorerst bestehen bleiben: 2013 wurden über Gebühren für den Internetzugang mit 3,0 Milliarden Franken die höchsten Umsätze in der Branche generiert, gefolgt von den Einnahmen über Fernsehgebühren und Lizenzen in der Höhe von 2,3 Milliarden Franken sowie dem Zeitungsgewerbe mit Einnahmen in der Höhe von 1,8 Milliarden Franken.

Die Werbeeinnahmen aus dem Internet dürften mit 1,2 Milliarden Franken noch darunter liegen. Während diese aber mit fortlaufendem Wachstum rechnen können, muss sich das Zeitungsgewerbe weiterhin auf rückläufigen Einnahmen einstellen.

Abwanderung ins Internet

Zeitungen und Magazine büssten im vergangenen Jahr 7,4 beziehungsweise 6,1 Prozent ihrer Einnahmen ein. Bis 2018 werden der Studie zufolge die Umsätze jährlich weiter um rund 4 Prozent zurückgehen. Die Branche leidet unter der Abwanderung von Werbung und Kunden ins Internet - denn dort lässt sich kaum Geld verdienen.

Gemäss der Studie «Swiss Entertainment and Media Outlook 2014-2018» von PwC dürfte dies auch so blieben: Zwar hätten viele Anbieter als Bezahlschranke für die Inhalte sogenannte Paywalls eingeführt, doch die Konsumenten würden diese nicht akzeptieren. Beispiele zeigten, dass die Nutzerzahl durch Paywalls stark abnehme. Das digitale Geschäft werde daher die Printeinnahmen in der näheren Zukunft nicht ersetzen können.

Neue Währung: Aufmerksamkeit

Ganz auf einen Gegenwert für kostenlose Inhalte müssen die Medien laut PwC aber nicht zwangsläufig verzichten: Die neue Währung heisst Aufmerksamkeit. So führt die Studie ein Beispiel auf, wo die Kunden ein Produkt erhalten, indem sie darüber tweeten. Ein weiteres zukunftsträchtiges Modell ortet PwC im Bundling, also dem Zusammenfassen von Inhalten verschiedener Kanäle zum gleichen Thema in einem Paket.

Zudem werde die Bedeutung mobiler Werbung zunehmen. Über drei Viertel aller Schweizer nutzten bereits ein Smartphone, und über die Hälfte der Zeit mit digitalen Medien entfiele auf mobile Anwendungen. Mobile Werbung erlaube zudem mehr Interaktion mit den Nutzern und Individualisierung. So würden etwa neuartige Inhalte speziell für mobile Endgeräte die Fernsehlandschaft weiter verändern.

(awp/sda/dbe/ama)

 

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