Mit der Schliessung des Hedge-Fonds Tribeca Global Investments zählt die Citigroup zu der wachsenden Gruppe von Banken, die mindestens einen ihrer Hedge-Fonds schliessen. Der Fonds hatte ein Volumen von 2 Mrd Dollar und in den ersten acht Monaten dieses Jahres 1,2% an Wert verloren.

Insgesamt beläuft sich die Negativrendite für den letzten Monat, für den bereits Zahlen vorliegen, laut dem Hedge-Fonds-Index von HFRX auf –3,2%. Schmerzlicher als die Kursverluste sind aber die Mittelabzüge aus den Fonds. Gemäss den Experten von TrimTabs haben Investoren allein im Juli netto über 32 Mrd Dollar aus Hedge-Fonds abgezogen.


Nur wenige Gewinner

Auch Privatanleger, die oft über Index-Zertifikate in Hedge-Fonds investiert sind, können sich den Kursverlusten nicht entziehen. Etliche dieser Zertifikate lauten auf die Hedge-Fonds-Indizes von Credit Suisse/Tremont oder die HFRX-Indizes, die einmal pro Monat berechnet werden. In diesen Tagen melden Hedge-Fonds ihre August-Daten, der Indexwert wird dann Ende September publiziert.

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Bis dahin tappen Zertifikateanleger aber nicht ganz im Dunkeln. Über 100 Hedge-Fonds, oft Funds of Funds, die ihrerseits in Hedge-Fonds investieren, sind vor allem an den Börsen von London, Amsterdam und an der SWX kotiert. Weil diese Fonds die Zahlen zu ihrem Vermögen in kürzeren Zeitabständen publizieren und ihre breite Ausrichtung – mit wenigen Einschränkunegn – repräsentativ ist, geben diese Performancezahlen brauchbare Hinweise, in welche Richtung sich die Indizes bewegen dürften.

Die Analysten der Dresdner Bank haben die Zahlen zur Performance dieser gelisteten Fonds zusammengetragen. Per 23. August gab es für den Zeitabschnitt seit Anfang Juli kaum Fonds, die Kursgewinne gemacht haben, aber sehr viele mit Kursverlusten zwischen
1 und 4%. Deutlich zugelegt hat lediglich der BH Macro Fund, der während den Turbulenzen 7% gewonnen hat und seit dem Start im März 11%. Der Fonds hat von der Zunahme der Volatilität bei Obligationen und Währungen und dem Anstieg der Kurzfristzinsen profitiert und setzt gezielt auf weitere Kursrückgänge an den Kreditmärkten.

Umgekehrt hat der Fonds Third Point Offshore seit Ende Juni 11% seines Wertes verloren. Er verfolgt einen Event-Driven-Ansatz, der auf Ereignisse wie Firmenübernahmen oder Aufspaltungen setzt. Den Anlegern hat der Fonds in den letzten zehn Jahren annualisierte Erträge von 23% gebracht, erwies sich während den Marktturbulenzen aber als unzweckmässig. Third Point war kein Einzelfall – auch RAB Special Situations verlor mit einem vergleichbaren Ansatz in ähnlichem Ausmass. Und auch Close Man Hedge, ein Fund of Funds, der auf quantitativ ausgerichtete Hedge-Fonds gesetzt hatte, büsste rund 12% ein. Der Aktienpreis hatte diesen Rückgang bis Ende August noch nicht nachvollzogen – die Prämie von 8% dürfte genauso wie die 5% beim HSBC-Global Absolute-Funds in den kommenden Tagen schwinden.

Kurzfristig ist für den August ein Rückgang der erwähnten Hedge-Fond-Indizes um 3 bis 5% zu erwarten. Dieser Rückgang wird teilweise von den auf sie lautenden Zertifikaten vorweggenommen. So haben die sechs Tracker auf den CS-Tremont-Hedge-Fund-Index seit ihren Höchstständen im Juli zwischen 5 und 8% an Wert verloren – je nachdem, ob sie auf Dollar oder Franken lauten. Der Tracker HEDGC kam zudem in den letzten Tagen auf vergleichsweise hohe Umsätze von 110000 Fr.

Auch das von der Dresdner Bank emittierte Zertifikat HFRGU, das auf den HFR Global Hedge Fund Index lautet und in Dollar berechnet wird, hat seit dem Höchststand 7% verloren. Der Spread liegt hier bei 5%, der Umsatz war in den letzten Tagen aber nicht auffallend hoch. Anfang September wurde einmal eine Position im Wert von 50000 Fr. über die Börse verschoben. Natürlich lässt sich aber nicht abschätzen, was ausserbörslich gehandelt wurde. Praktisch gleich bewegt haben sich die entsprechenden Zertifikate, die auf Franken oder Euro lauten, auch hier mit Spreads um 5%.


Die Baisse aussitzen

Obwohl die Indizes nur auf Monatsbasis berechnet werden und darauf lautende Zertifikate eigentlich erst nach der Berechnung der Indizes Kursrückgänge verzeichnen sollten, werden Zertifikateanleger, die in diese beiden Indizes angelegt haben, Ende September nach Publikation der August-Daten keine bösen Überraschungen erleben. Die beiden Emittenten haben die Kurse in den letzten Wochen entsprechend den Marktgegebenheiten nach unten angepasst. Und auf längere Sicht stehen sowohl viele Hedge-Fonds wie auch die beiden Hedge-Fonds-Indizes und die auf ihnen aufbauenden Zertifikate im positiven Bereich.