In der jüngsten Interbrand-Studie belegt Philips unter den weltweit wertvollsten Marken den 42. Platz. Ein Indiz dafür, dass das Unternehmen seine strategischen Weichen richtig gestellt hat?

Peter Kamm: Die globale Ausrichtung auf Gesundheit und Wohlbefinden hat sich auch bei Philips Schweiz positiv ausgewirkt. Die Fokussierung auf unsere drei Sparten Healthcare, Lighting und Consumer Lifestyle führte 2010 zu einem guten 1.-Quartals-Ergebnis. Zusammen mit einem starken Markenwert stellt dies ein überaus erfreuliches Resultat dar, das auf eine effektvolle Strategie zurückzuführen ist.

Welche Schritte stehen als Nächstes an?

Kamm: Kurz vorweg: Die Strategieentwicklung ist Sache des Konzerns. Dank der beratenden Unterstützung eines internationalen Teams, das in einem stetigen Prozess die Strategie analysiert, bewahrt man genügend Flexibilität, um auf veränderte Marktgegebenheiten zu reagieren. Die aktuelle Strategieperiode wird soeben überarbeitet; ab 2010 wird die nächste initialisiert. Wir von Philips Schweiz sind für deren lokale Umsetzung zuständig und halten am Kurs fest, uns noch stärker als markt- und kundenorientiertes Unternehmen zu positionieren.

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Können Sie Beispiele aus der Praxis nennen?

Kamm: In einem Pilotprojekt wird ein bahnbrechendes Therapieverfahren (HIFU) realisiert, das bisherige chirurgische Eingriffe beispielsweise bei Myomen ersetzt. Wir statten auch Behandlungsräume mit dynamischer LED-Beleuchtung aus, um eine entspannende Atmosphäre zu schaffen. Nicht zuletzt dürften die neusten Audio- und Heimkino-Systeme für Begeisterung im Wohnzimmer sorgen. Ob Gesundheitslösungen, energieeffiziente Lichtsysteme oder Wohlfühl-Produkte, unsere Bemühungen konzentrieren sich stets auf das Wohlergehen des Menschen.

Wie schaffen Sie den Spagat zwischen den globalen Richtlinien und der operativen Geschäftsführung?

Kamm: Zentral ist die kontinuierliche Kommunikation unserer Mitarbeitenden. Je eher die Ziele im Kern verstanden werden, desto einheitlicher werden wir extern wahrgenommen. Also: Das Ziel muss im Kern verstanden werden. Wir überprüfen dies systematisch mithilfe standardisierter Verfahren: Intern mit der sogenannten Employee Engagement Survey, beim Kunden mittels Net Promoter Score Index.

Welche Rolle messen Sie dem Markenverständnis bei der Strategieumsetzung bei?

Kamm: Ein gleiches internes Markenverständnis ist essenziell, zumal jeder Mitarbeitende in der Lage sein muss, unsere Haltung nach aussen zu tragen. Bei Philips gehen Unternehmens- und Markenstrategie Hand in Hand, denn wer das Markenversprechen «Sense and simplicity» versteht - innovativ, kundenbedürfnisorientiert, einfach bedienbare Technologien -, der hat auch automatisch das Wissen über unsere Werte impliziert. Die emotionale Ausstrahlung einer starken Marke vermag Kunden langfristig zu binden und sollte daher bei jedem Kundenkontakt spürbar sein.