Bei der Preisentwicklung für Wohneigentum zeigt sich eine recht unterschiedliche Tendenz: In den bekannten Boomregionen ist der Immobilienmarkt unbeeinflusst von der Rezession und weist nach wie vor steigende Preise auf. Demgegenüber ist gesamtschweizerisch ein stabiles Preisniveau zu verzeichnen. So verhielten sich die Preisentwicklungen bei Einfamilienhäusern wie auch bei Eigentumswohnungen sehr beständig. Das geht aus dem Preisindex SWX IAZI Real Estate hervor, der aber für die Renditeliegenschaften nach einem Boom in den drei vorhergehenden Quartalen im 2. Quartal 2009 einen leichten Rückgang verzeichnet. Im Jahresvergleich resultiert laut IAZI immer noch ein Preisanstieg von 7,7% (siehe Artikel rechts).

Boom trotz Konjunkturflaute

Im Immobilienmarkt der Boomregionen der vergangenen Jahre - Genf, Zürich, Goldküste, Tourismusregionen - ist der vielerorts erwartete Preiseinbruch ausgeblieben, ja es sind hier weiterhin positive Preisentwicklungen zu beobachten. Dies allerdings auf deutlich tieferem Niveau als früher, wie IAZI feststellt.

Besonders preisresistent erweisen sich die Stadt Zürich und die Zürichseeregion, wo die Peripherie wieder gefragt ist und die Seegemeinden weiterhin im Plus stehen. Wie der Immobilienbarometer der Zürcher Kantonalbank ausweist, sind hier die Preise im 2. Quartal 2009 um 2,2% gegenüber dem Vorquartal und sogar um 7,1% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Für den ganzen Kanton Zürich liegen die Preise für Wohneigentum mit einem Plus von 3,8% im 2. Quartal wie auch mit + 5,8% gegenüber dem Vorjahr in einem markanten Anstieg.

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Die Bautätigkeit bewegt sich auf anhaltend hohem Niveau: So waren Ende des 1. Quartals schweizweit über 61200 Wohnungen im Bau, was einer Zunahme von 5,5% im Vorjahresvergleich entspricht. Ausblick auf die künftige Bautätigkeit vermittelt die Zahl der baubewilligten Wohnungen, welche mit 13 250 im 1. Quartal nahezu konstant blieb, wie das Bundesamt für Statistik festhält. Dabei ist in den Agglomerationen der fünf grössten Städte ein Anstieg der baubewilligten Wohnungen um 3% zu beobachten.

Dazu ein Ausblick auf die Zinsfront, wo nach wie vor ein tiefes Niveau herrscht und anhalten wird. Nach Einschätzung der ZKB werden die tieferen Hypothekarzinsen den deutlichen Anstieg der Mietpreise in den letzten Monaten abschwächen und einem Einbruch der Baukonjunktur entgegenwirken.

Impulse durch Immobilienbau

Die differenzierte Lage an der Bau- und Immobilienfront widerspiegelt sich auch in den Baupreisen für die verschiedenen Bauarten und in den einzelnen Regionen. Während in der Bauerhebung 2008 des Bundesamts für Statistik noch von einer geschätzten Jahresbauteuerung von 3,7% gesprochen wird, weist gesamtschweizerisch das Preisniveau im Baugewerbe in der Periode April 2008 bis April 2009 einen leichten Rückgang von -0,3% aus. Dabei sind im Halbjahr Oktober 2008 bis April 2009 die Baupreise mit -2% deutlich zurückgegangen.