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Zinsskandal: Fünf Banken im Fokus, Beratung in der Schweiz

Diese Institute stehen offenbar im Zentrum des Skandals. (Bilder: Keystone)

Neben Barclays waren laut «Financial Times» vier weitere Banken massgeblich an Zinsmanipulationen beteiligt. Beratungen über radikale Libor-Reformen sollen im September in der Schweiz stattfinden.

Veröffentlicht am 19.07.2012

Aufsichtsbehörden sehen laut einem Bericht der «Financial Times» fünf Banken im Zentrum des Skandals um Zinsmanipulationen. Die Händler von Barclays waren demnach die Führungsfiguren in einem Ring, dem auch die französischen Banken Crédit Agricole und Société Générale, die britische HSBC sowie die Deutsche Bank angehörten.

Beweise für Verbindungen zwischen Händlern dieser Institute und dem ehemaligen Barclays-Trader Philippe Moryoussef würden zurzeit untersucht, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Personen, die mit der Situtation vertraut sind. Moryoussef sei massgeblich an der Manipulation des europäischen Zinssatz Euribor - neben dem Libor der zweite wichtige Interbankenzins - beteiligt gewesen. 

Bank-of-England-Chef Mervyn King hat derweil der «Financial Times» zufolge in einem Brief Europas Top-Notenbanker zu einem Treffen am 9. September in der Schweiz eingeladen, um «radikale Reformen» des Libor-Prozesses zu besprechen. Eingeladen seien sollen demnach die Spitze der Europäischen Zentralbank, der Federal Reserve und anderen wichtigen Notenbanken.

Bei der Schweizerischen Nationalbank hiess es auf Anfrage von «Handelszeitung Online», eine entsprechende Einladung sei nicht eigegangen. Bei dem Termin handele es sich um ein reguläres Treffen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel, bei dem die Notenbanker zusammenkommen.

Notenbankchef spricht von Libor-Abschaffung

Kandas Notenbankchef Mark Carney bringt sogar die Idee ins Spiel, den Libor abzuschaffen. «Sollte der Zins strukturelle Mängel haben, die nicht beseitigt werden können - was denkbar ist - könnte es verschiedene Ansätze geben», sagte Carney, der dem einflussreichen Finanzstabilitätsrat vorsitzt. Eine Alternative sei, den Libor aufzugeben.

Ein Sprecher von Carney verweist ebenfalls auf das Treffen der Notenbanker ab dem 9. September in Basel, wo über Reformen beraten werden solle. Die Diskussionen sollten in den dann folgenden Tagen im Steuerungskomitee des Finanzstabilitätsrates fortgesetzt werden.

(tno/rcv/sda)

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