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Zinsskandal: Lombard Odier sperrt Händler

Lombard Odier in Genf erfuhr erst heute von den Vorwürfen gegen ihren Mitarbeiter. (Bild: Keystone)

In der Affäre um Zinsmanipulationen sind mehrere Händler ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Einer von ihnen arbeitet heute für Lombard Odier - und wurde nun vorerst vom Handel ausgeschlossen.

Von Timo Nowack
am 19.07.2012

Im Skandal um Zinsmanipulationen nehmen Aufsichtsbehörden Händler von fünf Banken unter die Lupe: Barclays, Crédit Agricole, Société Générale, HSBC und Deutsche Bank. Das berichten die «Financial Times» und «Bloomberg» - und nennen auch Namen.

So werden laut Bloomberg die möglichen Rollen von Mickaël Zrihen von Crédit Agricole, Didier Sander von HSBC und Christian Bittar von der Deutschen Bank in dem Skandal in den Jahren 2007 und 2008 untersucht. Der Finanz-Blog «Zero Hedge» berichtete anschliessend, Zrihen sei heute für die Genfer Privatbank Lombard Odier tätig. 

Auf Anfrage von «Handelszeitung Online» teilte Lombard Odier mit, Zrihen arbeite seit 2010 für die Bank, im Team des Portfolio-Managements für festverzinsliche Anlagen. Von der Untersuchung gegen ihn habe man aber erst heute über die Medien erfahren. «Wir untersuchen den Sachverhalt aus dem Artikel nun aktiv, um die Situation vollständig zu verstehen», so Pressesprecher Warren Giles.

Lombard Odier sei nicht von den Aufsichtsbehörden kontaktiert worden, gehe nun aber auf diese zu, um mehr zu erfahren, heisst es weiter. «Während diese Untersuchung läuft, handelt Zrihen nicht mehr», heisst es. Die Bank betont ausserdem, niemals eine Rolle bei Manipulationen von Libor und Euribor gehabt zu haben.

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