Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat wegen verschärfter Eigenkapitalregeln bereits Anfang Jahr beim Kanton mehr Mittel angefordert. Der Kantonsrat soll darüber entscheiden, ob der Kanton 2 Milliarden Franken freimachen soll, um die Reserven der Staatsbank aufzupolstern.

Die Finanzaufsichtsbehörde Finma hatte 2011 für die ZKB die Eigenkapital-Mindestquote von 9,6 auf 13,6 Prozent angehoben. Ende Juni übertraf die Bank mit 14,9 Prozent die Vorgabe bereits, doch sollten die geforderten 2 Milliarden Franken vom Staat helfen, die Bank in eine komfortablere Lage zu bringen.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Dafür muss aber das Zürcher Kantonalbankengesetz geändert werden. Das Dotationskapital, also den Anteil des Staates am Eigenkapital der ZKB, würde von 2,5 auf 4,5 Milliarden aufgestockt.

Solide Polster wegen Krediten

Als grosse Kreditbank, deren Bilanz zu einem erheblichen Teil aus Hypotheken besteht, ist die ZKB auf solide Polster angewiesen. Am Montagmorgen gab es auf Anfrage keine Angaben der ZKB, ob die Vorlage an den Kantonsrat überarbeitet werden müsse, wenn die Eigenmittelvorschriften wie bei den Grossbanken auf 14 bis 19 Prozent steigen.

An der Medienkonferenz am Nachmittag werde aber darüber orientiert, hiess es. Die ZKB muss ihre Reserven nicht zwingend alleine mit Kantonsmitteln füllen. Möglich wäre auch, dass sie dafür am Kapitalmarkt Geld beschafft.

Bisher haben vor allem die Grossbanken die Regulatoren kritisiert, dass etwa die Kantonalbanken weniger hart angefasst würden: Mit tieferen Kapitalanforderungen hätten die vor allem regional tätigen Institute einen Wettbewerbsvorteil, hiess es.

(sda/vst)