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Ertrag
ZKB profitiert von Swisscanto-Übernahme

ZKB: Guter Erfolg in schwierigem Jahr. Keystone

Die Zürcher Kantonalbank hat im vergangenen Jahr 12 Prozent mehr verdient. Das freut auch Kanton und Gemeinden. Diese dürfen sich auf Hunderte Millionen Franken freuen.

Veröffentlicht am 12.02.2016

Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat im Geschäftsjahr 2015 vor allem wegen der Swisscanto-Übernahme und einem starken Handelsgeschäft Erträge und Gewinn deutlich gesteigert. Dank der Integration des per Anfang April 2015 übernommenen Asset Managers sieht die ZKB ihre Erträge noch breiter abgestützt.

Der ZKB-Geschäftsertrag stieg im Jahr 2015 um 14 Prozent auf 2,20 Milliarden Franken, wie dem am Freitag veröffentlichten Jahresabschluss zu entnehmen ist. Bei einem gleichzeitig ebenfalls stark gestiegenen Aufwand entwickelten sich die Gewinnzahlen etwas langsamer als das Ertragswachstum – unter dem Strich resultierte ein um 12 Prozent höherer Konzerngewinn von 722 Millionen Franken.

Stabiles Zinsgeschäft

Die Akquisition von Swisscanto, deren Ergebnis zu neun Monaten enthalten ist, zeigt sich im Kommissions- und Dienstleistungserfolg, der um 26 Prozent auf 663 Millionen Franken zulegte. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft machte damit im vergangenen Jahr 30 Prozent der gesamten Erträge aus. Stark belebt zeigte sich im vergangenen Jahr auch das Handelsgeschäft (+41 Prozent auf 328 Millionen Franken) – dies aufgrund des volatilen Marktumfeld, das zu einer erhöhten Kundenaktivität vor allem bei Zinsen und Währungen führte.

Der Zinserfolg stieg im vergangenen Jahr trotz des Negativzins-Umfelds um 3 Prozent auf 1,16 Milliarden Franken. Mit einem Anteil von 53 Prozent der Erträge bleibt das Zinsgeschäft weiterhin die wichtigste Ertragssäule. Profitieren konnte die grösste Schweizer Kantonalbank vor allem von einem weiteren Volumenwachstum bei den Hypotheken – diese erhöhten sich per Ende Jahr um 3,2 Prozent auf einen Wert von 73,6 Milliarden Franken.

Mehr Personalaufwand

Der Geschäftsaufwand stieg aufgrund der Swisscanto-Übernahme ebenfalls deutlich und lag mit 664 Millionen Franken um 15 Prozent über dem Vorjahr. Grösster Treiber war dabei ein gestiegener Personalaufwand (+16 Prozent), dies wegen des höheren Personalbestands aber auch wegen höherer variabler Lohnbestandteile.

Erstmals erhielt der Kanton zudem eine Abgeltung für die Staatsgarantie, was zu einer Belastung von 21 Millionen Franken im Sachaufwand führte. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich leicht auf 62,4 Prozent gegenüber 61,4 Prozent im Jahr davor.

Kundenvermögen stark erhöht

Die Swisscanto-Übernahme prägte auch die Entwicklung der von der ZKB verwalteten Kundenvermögen, die auf 257,5 Milliarden Franken gegenüber 208,7 Milliarden im Vorjahr anstiegen. Unter dem Strich flossen Netto-Neugelder in Höhe von 2,5 Milliarden Franken ab, wobei auch weitere Abflüsse wegen der Regularisierung von ausländischen Kundenvermögen anfielen.

Mit der Stärkung der Kapitalbasis im vergangenen Jahr übertrifft die Bank laut den Angaben die regulatorischen Anforderungen deutlich: Die Gesamtkapitalquote wird per Ende 2015 mit 17,9 Prozent ausgewiesen gegenüber 16,6 Prozent im Jahr davor, das harte Kernkapital (CET1) betrug 15,8 Prozent (VJ 14,6 Prozent). Auch die ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) hat sich weiter erhöht und beläuft sich nun auf 7,0 Prozent (VJ 5,8 Prozent).

Zuversicht für 2016

An Kanton und Gemeinden wird die Staatsbank für das Jahr 2015 insgesamt 326 Millionen Franken ausschütten, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von 46 Millionen Franken entspricht. Dabei werden 200 Millionen Franken als Dividende an den Kanton und 100 Millionen an die Gemeinden ausgeschüttet, die weiteren 26 Millionen Franken betreffen Refinanzierungskosten für das Dotationskapital.

Für das Geschäftsjahr 2016 rechnet die ZKB mit einem anhaltend anspruchsvollen Umfeld. CEO Martin Scholl zeigt sich dennoch zuversichtlich, auch im laufenden Geschäftsjahr ein «ansprechendes Ergebnis» zu erwirtschaften.

(awp/ise/hon)

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