Nur wenige Managementschulen brachten es im «Spiegel» zu seitenlangen Artikeln - die GSBA in Horgen ZH gehörte dazu. Allerdings berichtete das deutsche Nachrichtenmagazin vor rund fünf Jahren von «Fehlzündungen des erhofften Karriereturbos», etliche Absolventen meldeten sich zu Wort.

Laut dem Bericht «werbe das teure Institut mit zweifelhaften Methoden und vergebe Abschlüsse von bloss begrenzter Güte». Wechselnde Kooperationspartner, Diskussionen um den Wert der Titel sowie die fehlenden Akkreditierungen AACSB und EQUIS rundeten das unschöne Bild ab.

Das Programm deutlich gestrafft

Ende Juli 2009 wechselte die GSBA am Zürichsee zuerst den Besitzer und Anfang Dezember 2009 den Namen zu Lorange Institute of Business Zurich. Auf den neuen Inhaber Peter Lorange (66) warteten erst einmal Aufräumarbeiten. Das Programm wurde deutlich gestrafft und auf einen EMBA für berufstätige Manager konzentriert. Ergänzend gibt es nun sechs spezialisierte weitere Studien, die zu einem Master of Science führen. So löste Lorange auch das Problem, einen ständig anwesenden teuren Lehrkörper zu unterhalten.

Jetzt möchte der Norweger die Managementschule zu einer der besten Einrichtungen in Europa machen. Eine Hürde ist der Kooperationspartner, die University of Wales. Diese überprüft das Programm und erkennt die Abschlüsse an. Die University of Wales taucht bei den globalen Rankings allerdings nicht auf den renommierten vorderen Plätzen auf.

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«Glücklich über die Fortschritte»

Man darf gespannt sein, wie Peter Lorange das löst. Er kann immerhin auf einen hervorragenden Leistungsausweis aufbauen: Zuvor hatte der promovierte Betriebswirtschaftler 15 Jahre die Kaderschmiede IMD in Lausanne präsidiert und Bücher sowie Artikel veröffentlicht. «Wir sind eine ganz andere Einrichtung mit einem anderen Namen geworden», sagt er, «wir tun alles, um bezüglich unserer Angebote keine Missverständnisse aufkommen zu lassen und sind glücklich über die Fortschritte, die wir dabei machen.»

 

 

NACHGEFRAGT Peter Lorange, Besitzer Lorange Institute, Horgen ZH


«Das Geschäft läuft befriedigend»

Wie läuft das Geschäft derzeit?

Peter Lorange: Das Geschäft läuft befriedigend. Wir haben praktisch alles geändert - den Namen, viele Teile des Programms und etliche Professoren. Es braucht einfach etwas Zeit, bis sich der Markt daran gewöhnt.

Inwiefern spürten Sie einen Einfluss der Wirtschaftskrise?

Lorange: Wir haben kaum einen Einfluss gesehen, auch bei unseren EMBA-Kursen arbeiten die Absolventen weiter in ihren Stellen. Der Markt ist durch die Krise eher gestärkt worden.

Gab es einen Trend zu mehr selbstfinanzierten Studien?

Lorange: Nein, wir haben keine bedeutende Verschiebung gesehen, aber etwas mehr privat finanzierte Kandidaten. Das Verhältnis liegt jetzt etwa bei 50:50.

Sehen Sie inhaltliche Veränderungen infolge der Krise?

Lorange: Ja, das Gewicht bei sehr aktuellen Themen ist verstärkt worden, abgebaut wurde bei den eher generellen und einführenden Themen. Die Absolventen interessieren sich auch mehr für den State of the Art als zuvor.

Gibt es eine Entwicklung zu eher kürzeren, kompakteren Studiengängen?

Lorange: Wir legen mehr Gewicht auf spezifischeres Wissen, das rascher unmittelbar für die Arbeit gebraucht werden kann. Dank diesem Fokus führt es zu einem Abschluss als Master of Science. Dafür muss man ungefähr ein Jahr bei einem Teilzeitstudium rechnen.

Wenn Sie nach vorne schauen: In welche Richtung gehen die MBA-Weiterbildungen?

Lorange: Ich sehe mehr Nachfrage nach spezialisierten Abschlüssen, weniger kommerzielle Verwendbarkeit für einen allgemeinen MBA. Solches spezifisches Wissen wird die Kandidaten in Zukunft auf ihren Karrierewegen weiterbringen.