«Wir sagen, was wir können. Jede Verwerfung an der Börse brauchen wir nicht zu kommentieren.» Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) wehrt sich gegen den Vorwurf, die Schweizer Behörden gingen auf Tauchstation.

In den Augen des Wirtschaftsprofessors und ehemaligen Direktoriumsmitglieds der Nationalbank, Kurt Schiltknecht, ist es wichtig, dass die Regierungen den Bürgern und Anlegern verständlich machen, dass «Banken mit kurzfristigen Liquiditätsproblemen nicht zwingend untergehen».

Für Alfred Roelli, Leiter Finanzanalyse bei der Bank Pictet, scheint es auf den ersten Blick eher ungünstig, dass der Schweizer Regulator schweigt. «Allerdings könnte das Schweigen bei den Marktteilnehmern den Eindruck erwecken, dass die Schweiz mitten in der Krise ein sicherer, ruhiger Hafen ist.

Ernst Leuenberger, Präsident der parlamentarischen Finanzdelegation, hält nichts von Aktionismus, wie er zurzeit in Deutschland und in der EU zu beobachten ist: «Der Bundesrat steht in intensivem Kontakt mit Parlamentariern, vor allem mit der Finanzdelegation. Die Regierung hat Beurteilungen vorgenommen und sich Massnahmen überlegt. Das genügt mir.»

Thorsten Hens, Professor für Finanztheorie am Swiss Banking Institute der Universität Zürich, pflichtet bei: «Je mehr Aktionismus von der Politik da ist, desto grösser die Gefahr, dass sich die Ängste ausweiten.» Gerade der Versuch, die Sparguthaben zu sichern, werde als Zeichen gewertet, wie schlimm die Krise wirklich sei.

Anzeige

Schiltknecht betont: «Insgesamt packen die Schweizer Behörden das Problem richtig an und manövrieren bis jetzt geschickt durch die Krise.»