Die Danske Bank hat Probleme: Die dänische Finanzaufsicht hat die Bank wiederholt für ihre dünne Kapitaldecke kritisiert. Zudem hatte die grösste dänische Bank in den letzten Jahren mit einer sehr tiefen Profitabilität zu kämpfen.

Diesen Problemen wollte Eivind Kolding mit einer neuen Marketingstrategie entgegentreten. «A new normal demands new standards» hiess der Slogan, mit dem der langjährige Verwaltungsrat der Öffentlichkeit ein neues Bild vermitteln wollte. Beim Publikum kam das Video allerdings nicht so an, wie sich das die Verantwortlichen vorgestellt hatten.

Die Aktivisten von Occupy, welche in der Werbung vorkommen, waren davon gar nicht begeistert. Dass die Bank neue Werte propagierte, sich selbst aber nicht daran hielt, löste einen Sturm von negativen Reaktionen aus.

Hoffen auf Aufschwung

Um neben dem Image auch die Marge der Bank wieder zu verbessern, wollte Kolding 3000 der 20'000 Angestellten entlassen. Zudem hoffte er auf ein besseres Wirtschaftsklima in Dänemark - die steigenden Zinsen hätten die Gewinne der Bank ebenfalls nach oben gedrückt.

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Diesen Aufschwung wird der frühere Chef der Schifffahrtsgesellschaft Maersk nicht mehr an der Spitze der Bank miterleben. In einer Medienmitteilung teilte der Verwaltungsrat der Danske Bank mit, Kolping werde per sofort von Thomas Borgen abgelöst. Dieser war bisher für das Geschäft mit Firmen und institutionellen Investoren verantwortlich.

Ole Andersen, Verwaltungsratspräsident der Danske Bank, sagt dazu: «In dieser Phase ist es notwendig, einen Geschäftsführer mit besseren Qualifikationen im Bankgeschäft zu haben.» Im Umkehrschluss heisst das, dass Kolding diese nicht hatte - trotz 11 Jahren im Verwaltungsrat der Bank.