Die Schweizer Banken hatten gehofft, das Kapitel Abgeltungssteuer mit Grossbritannien sei abgeschlossen. Doch nun kriegen die Finanzinstitute von der Eidgenössischen Steuerverwaltung eine gesalzene Rechnung präsentiert, wie die «Handelszeitung»  in ihrer neusten Ausgabe schreibt.

Banken müssen zum Teil das Zwanzigfache dessen zahlen, was ihre britischen Kunden an Nachsteuern bereits abgegolten haben. Denn die Bankiervereinigung und das Finanzdepartement schätzten den Bestand an britischem Schwarzgeld in der Schweiz deutlich zu hoch ein.

Um eine halbe Milliarde verrechnet

Eine halbe Milliarde Franken überwiesen Schweizer Banken Anfang 2013 als Vorauszahlung an Grossbritannien. Geld, das die Banken eigentlich aus den Erträgen der Abgeltungssteuer hätten zurückerhalten sollen. Nun behält Grossbritannien die Vorauszahlung ein. Denn die Schweiz garantierte den Briten im Quellensteuerabkommen, dass die Vorauszahlung der Banken erst dann vollständig zurückerstattet werde, wenn die Nachsteuersumme 1,3 Milliarden Franken erreicht. Doch sind bloss 715 Millionen Franken sind zusammengekommen.

«Bund und Bankiervereinigung haben sich schlicht und ergreifend um eine halbe Milliarde Franken verrechnet», kritisiert Johannes Barth, Chef der Privatbank Sallford. Beim Staatssekretariat für internationale Finanzfragen bedauert man, dass die Vorauszahlung der Banken nicht zurückbezahlt werden könne und sagt, dass «die damaligen Schätzungen über das Ausmass unversteuerter Vermögen aus Grossbritannien auf Schätzungen der Bankenbranche» beruhten. Ein Sprecher der Schweizerischen Bankiervereinigung erklärt: «Wir hatten damals die Überzeugung, dass die Höhe der Garantiezahlung realistisch ist.»

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