Die Zürcher Immobiliengesellschaft Züblin ist im Geschäftsjahr 2014/15 noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust belief sich auf 212 Millionen Franken, nach einem Verlust von 63,8 Millionen im Jahr zuvor. Züblin will sich ganz aus dem französischen Markt zurückziehen.

Trotz operativer Verbesserungen in den Kernmärkten hätten sich verschiedene Sondereinflüsse negativ auf das Resultat auswirkt, teilte Züblin am Morgen mit. Ein ungünstiges Marktumfeld habe zu einer erheblichen Bewertungsanpassung des französischen Portfolios geführt.

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«Kapitalmarktfähigkeit in der Schweiz erhalten»

Sechs nicht-strategische Liegenschaften, eine in Deutschland und fünf in den Niederlanden, wurden im vergangenen Jahr mit einem Verlust von 1,8 Millionen Franken verkauft. Für die vier verbleibenden nicht-strategischen Liegenschaften in Deutschland würden diverse Verkaufsoptionen geprüft, heisst es in der Mitteilung.

In Paris konnte eine Liegenschaft für 31 Millionen Euro erfolgreich verkauft werden. Züblin hat sich entschieden, die verbleibenden Aktivitäten in Frankreich ganz aufzugeben, um «dadurch die Kapitalmarktfähigkeit in der Schweiz zu erhalten». Kurzfristig will sich das Unternehmen auf Büroliegenschaften im deutschsprachigen Raum fokussieren.

Kapitalschnitt geplant

Der von Vertretern des russischen Investors Viktor Vekselberg dominierte Verwaltungsrat lancierte im Berichtjahr eine Strategieüberprüfung. Die drei Hauptpfeiler dieser Strategie sind laut der aktuellen Mitteilung die Konzentration auf Kernkompetenzen, die Stabilisierung der Aktivitäten und eine neue Expansionsphase.

Die Verluste im vergangenen Geschäftsjahr führten dazu, dass sich das konsolidierte Eigenkapital auf 4,8 Prozent verminderte. Aus diesem Grund sollen der Generalversammlung vom 30. Juni Restrukturierungsmassnahmen vorgeschlagen werden. Der Verwaltungsrat plant unter anderem einen Kapitalschnitt durch Herabsetzung des Nennwerts mit anschliessender Kapitalerhöhung.

Entscheid der Übernahmekommission

Laut Mitteilung erwägt der Hauptaktionär Lamesa die Zeichnung vollständig zu garantieren. Die geplante Restrukturierung sei abhängig vom Entscheid der Übernahmekommission, Lamesa von der Pflicht zur Unterbreitung eines öffentlichen Kaufangebot zu befreien, schreibt Züblin.

(sda/tno/ama)