Der Chef des Immobilienunternehmens Züblin will mit den Mitteln aus der laufenden Kapitalerhöhung die Expansion des Unternehmens vorantreiben. Es werde Zeit brauchen, bis man das Vertrauen der Investoren wiedererlangt habe, sagte CEO und VRP Iosif Bakaleynik in einem Interview mit der NZZ am Sonntag.

«Konkret streben wir den Kauf von Liegenschaften in den deutschsprachigen Märkten an, die den neuen geografischen Schwerpunkt von Züblin bilden», sagte Bakaleynik. Von den Altlasten habe man sich getrennt und in Frankreich einen strategischen Partner gefunden. Die Kapitalerhöhung werde erste wichtige Erkenntnisse liefern, wie der Markt Züblin einschätzt.

Projekte in Deutschland und Österreich

Sobald man positive Reaktionen erhalte, werde eine Rückkehr an den Kapitalmarkt erwogen, sagt der Züblin-Chef weiter. «Mittelfristig erwarten die Investoren eine Portfoliogrösse von 1 bis 1,5 Milliarden Franken, das ist uns bewusst», so Bakaleynik.

In Zukunft werde sich Züblin auf Büro- und Gewerbeobjekte in Deutschland in der Schweiz und Österreich konzentrieren. Und zwar auf B-Lagen in A-Städten und A-Lagen in B-Städten. Den deutschen Markt hält er aufgrund der vorhandenen Liquidität für besonders attraktiv. Am Heimatmarkt Schweiz will Bakaleynik festhalten. Die Liegenschaften seien von hoher Qualität und entsprechendem Wert. In Österreich sondiere man noch, der Markt weise aber ähnliche Charakteristiken wie in Deutschland und der Schweiz auf.

Niedrige Eigenkapitalquote

Die Züblin-Aktionäre hatten Ende Oktober Sanierungsmassnahmen in Form einer Kapitalherabsetzung verbunden mit einer gleichzeitigen ordentlichen Kapitalerhöhung im Volumen von 71,7 Millionen Franken beschlossen. Diese Schritte waren aufgrund der niedrigen Eigenkapitalquote notwendig geworden. Der Bezugsrechtehandel für die neu ausgegebenen Aktien läuft noch bis zum 24. November.

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