Am idyllischen Seeufer von Meggen LU liegen die begehrtesten Grundstücke der ganzen Zentralschweiz. Schon bald dürften dort nun auch mit Geld aus Zürich Villen in die Höhe gezogen werden: Rund um den Vierwaldstättersee sind nämlich die umtriebigen Private Banker der Zürcher Kantonalbank (ZKB) unterwegs. Und um die Vermögenden für sich zu gewinnen, führen sie auch Immobilienfinanzierungen im Sortiment.

«Wir haben eine Wachstumsinitiative lanciert», bestätigt Reto Siegrist, Leiter Private Banking Markt Schweiz bei der ZKB. Ein siebenköpfiges Team - fünf davon Banker aus der Region - bearbeiten den Markt von der Limmatstadt aus. Für den Markteintritt nutzen die Zürcher unter anderem bestehende Kontakte zu den dort ansässigen Firmen. Den Managern können sie dabei nicht nur die Verwaltung ihrer Vermögen anbieten, sondern das gesamte Spektrum einer Universalbank. Tabu ist vorerst nur eines - die Eröffnung einer Filiale unter der Marke ZKB. Möglich wäre dagegen der Markteintritt via eine Übernahme. «Die Möglichkeit einer Marktpräsenz vor Ort wird laufend geprüft», so Siegrist.

«Wir spüren die Konkurrenz»

Dass sie jenseits ihres Heimgebiets jagt, ist aus Sicht der drittgrössten Schweizer Bank legitim. Denn in Zürich sind nicht weniger als neun Staatsbanken im Private Banking tätig. Und die private Konkurrenz schert sich sowieso nicht um die Kantonsgrenzen. Die Grossbanken sowie die bedeutenden Vermögensverwalter sind längst vor Ort, die St. Galler Wegelin & Co Privatbankiers haben am 30. November die Geschäftstätigkeit in Luzern aufgenommen. «Die Zentralschweiz ist eine wachsende und prosperierende Region mit viel Potenzial, die nicht unter zu vielen Banken leidet», heisst es dort.

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Die alteingesessenen Banken machen gute Miene zum bösen Spiel. Bei der Marktführerin am Platz Luzern, der Luzerner Kantonalbank (LUKB), sagt CEO Bernard Kobler: «Wir spüren die Konkurrenz und bleiben aufmerksam.» Bei der LUKB gehe es jetzt darum, die starke Stellung zu sichern. «Es wird nicht einfacher, wenn man später kommt», verspricht Kobler den Neuen am Markt.

«Konkurrenz spornt uns an», sagt auch Jürg Staub, Gesellschafter bei Reichmuth & Co Privatbankiers. Trotz der Madoff-Affäre ist es der Bank gelungen, die Anzahl und das Vermögensvolumen bei Direkt-Kunden weiter zu erhöhen. Staub: «Dazu verhalf auch die grosse Treue der langjährigen Kunden.» Die Neuzugänger werden diese Treue nun testen.