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Zürcher Kantonalbank boykottiert Kuba

Kein Land mehr für die ZKB-Geschäfte: In Kuba läuft eine Frau unter den Portraits von Fidel (l.) und Raul Castro her.

Die Zürcher Kantonalbank pocht auf US-Embargos: Sie kündigt der schweizerisch-kubanischen Handelskammer. Auch KMU, die mit Kuba geschäften, dürften betroffen sein.

Veröffentlicht am 10.12.2012

Die  Zürcher Kantonalbank (ZKB) kündigte der Schweizerisch-Kubanischen Handels- und Industriekammer (Swiss Cuban Cham). Das berichtet die FInanznachrichtenseite «Inside Paradeplatz». Bis zum 1. Januar 2013 muss sich die Organisation demnach ein neues Finanzinstitut suchen.

«Als Bank, die international stark vernetzt ist, kommt auch die Zürcher Kantonalbank nicht umhin, Embargos und Sperrlisten zu beachten», bestätigte ZKB-Sprecher Urs Ackermann die Kündigung gegenüber «Inside Paradeplatz». «Nachdem sich namhafte Mitbewerber aufgrund des US-Embargos schon vor längerem aus dem Kuba-Geschäft verabschiedet haben, zieht sich die Zürcher Kantonalbank nun aus dem gleichen Grunde ebenfalls aus Kuba zurück.»

Damit werden laut dem Bericht auch Schweizer KMU, die mit der Karibik-Insel geschäften von der ZKB in diesen Tagen vor die Tür gesetzt. Wie viele Unternehmen davon betroffen sind, dazu wollte sich auf Anfrage von «Handelszeitung Online» weder die Handelskammer noch die ZKB äussern. Die Bank unterstreicht jedoch: «Dieser Rückzug betrifft alle Geschäftszweige; ein partieller Rückzug ist keine Lösung.» 

Hintergrund der Aktion könnten laut «Inside Paradeplatz» die laufenden Ermittlungen der USA gegen die ZKB und rund ein Dutzend weiterer Banken im Steuerkrieg sein.

Protestbrief an Seco

Die Swiss Cuban Cham hält den Entscheid der Staatsbank für widersprüchlich zur Schweizer Exportförderung: Viele Wirtschaftsorganisationen der Schweiz würden auf der einen Seite «Schweizer Exporte nach Kuba fördern», andererseits würde die ZKB, die einem «Leistungsauftrag» verpflichtet sei, einem die «operative Basis beschneiden».

Das betonte Andreas Winkler, Präsident der Handelskammer, in einem Protestbrief an das Wirtschafts-Staatssekretariat Seco in Bern, der in Kopie auch an Alt-Bundesrätin Ruth Metzler als Präsidentin der Exportförderorganisation OSEC und Jörg Müller-Ganz als Präsident des Bankrats der ZKB ging, so der Bericht.

Eine Antwort vom Seco liegt der Handelskammer bisher nicht vor. Trotzdem hofft man dort laut der Finanznachrichtenseite darauf, dass die ZKB ihren Entscheid zurückzieht. Entsprechende Signale erhalte man aus der Führung der Bank, heisse es bei der  Swiss Cuban Cham.

(tno/chb)

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