Die Schweizer Börse SIX steht vor einem weiteren Zugang: Die Pharmafirma Molecular Partners will ihre Aktien im vierten Quartal 2014 in Zürich kotieren lassen. Anleger können damit auf einen Durchbruch des vor zehn Jahren gegründeten Unternehmens wetten.

Molecular Partners mit Sitz in Schlieren ZH verfügt noch über kein marktreifes Medikament. Der Börsengang soll es ermöglichen, die Produktepipeline und die Technologieplattform voranzutreiben und auszubauen, wie Molecular Partners am Dienstag mitteilte.

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Mittelzufluss von 125 Millionen Franken

Erwartet wird ein Mittelzufluss aus den neu ausgegebenen Aktien in der Höhe von rund 125 Millionen Franken (vor Mehrzuteilungsoption). Details zu den Konditionen nannte das von Christian Zahnd als CEO geführte Unternehmen noch nicht.

Molecular Partners ist spezialisiert auf Protein‐basierte Medikamente, sogenannte DARPin. Der Fokus liegt auf Augenkrankheiten und Krebs. Der am weitesten fortgeschrittene Produktkandidat Abicipar wird zusammen mit dem US-Pharmakonzern Allergan zur Behandlung der feuchten Form der altersbedingten Makuladegeneration entwickelt.

Umfangreicher Testlauf steht bevor

Die kurz «feuchte AMD» genannte Erkrankung gehört laut den Angaben in der westlichen Welt zu den wichtigsten Ursachen für Blindheit. Allergan erwartet, dass ein klinischer Phase III‐Test für Abicipar im zweiten Quartal 2015 beginnen wird.

Hinter Molecular Partners stehen Risikokapitalgeber wie Essex Woodlands, Index Ventures, Johnson & Johnson Development Corporation, BB Biotech Ventures und Endeavour Vision, wie es weiter hiess. So konnte sich Molecular Partners bislang mit Risikokapital von 56 Millionen Franken sowie Zahlungen aus Partnerschaften von 161 Millionen Franken finanzieren. Zu den Partnern zählt neben Allergan auch Roche.

Sechster SIX-Börsengang im 2014

Die Schweizer Börse verzeichnet nach längerer Flaute wieder mehr Publikumsöffnungen: Insgesamt gab es im ersten Halbjahr bereits 5 Börsengänge an der SIX. Neu kotiert wurden Aktien der Kantonalbanken von Glarus und Thurgau, der Hiag Immobilien AG, des Industriekonzerns SFS und der Online-Reiseagentur Bravofly Rumbo.

(sda/ise/ama)