Lange hiess die Devise der Zürcher S-Bahn: Immer mehr, immer schneller, immer dichter.  Doch nun geht der Trend in eine andere Richtung: In den nächsten drei Jahren dürften sich die Fahrzeiten auf einigen Linien verlängern: Bis 2018 planen die SBB und der ZVV eine umfassende Anpassung des Fahrplans.

«Die SBB nehmen erstmals seit Einführung der S-Bahn das ganze Netz systematisch im Hinblick auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Pünktlichkeit unter die Lupe», sagt ZVV-Sprecher Thomas Kellenberger in der «NZZ am Sonntag».

Möglichst nahe an die Realität bringen

Das Ziel: Der von Verspätungen betroffene Fahrplan soll wieder möglichst nahe an die Realität gebracht werden. So dürften einige Verbindungen etwas mehr Reisezeit erhalten. Nötig wird dies wegen des zunehmenden Gedränges zu den Hauptverkehrszeiten. «Die Fahrzeiten wurden 1990 berechnet, die Situation heute ist eine ganz andere», sagt Dominik Brühwiler, Leiter Verkehrsplanung beim ZVV.

«Wenn doppelt so viele Leute ein- und aussteigen wollen, dann dauert das mehr als doppelt so lange.»  Erste Anpassungen erfolgen schon mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015. 

Schritt in die falsche Richtung

Kurt Schreiber, Präsident von Pro Bahn, der Interessenvertretung der Kunden des öffentlichen Verkehrs ist erstaunt. «Eigentlich sollte es mit den geplanten Ergänzungen des Netzes möglich sein, die momentanen Fahrpläne einzuhalten», sagt er in der «NZZ am Sonntag». Die Reisezeitverlängerungen seien ein Schritt in die falsche Richtung, obwohl sie in diesem Umfang für die Passagiere nicht stark ins Gewicht fielen.

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(dbe)