Handelszeitung Online: Wie bringen Sie das Ergebnis auf einen einfachen Nenner?
Michael Buscher: Die operationellen Verbesserungen schlagen an. Wir haben bei gleichem Volumen die Marge erkennbar erhöhen können und heben auch deshalb den Ausblick für Umsatz und Profitabilität an.
 
Sie sprechen von einem unveränderten Ausblick beim Bestellungseingang. Was heisst das in Zahlen?
Wir konzentrieren uns weiterhin auf eine Margenverbesserung und budgetieren eine Verringerung des Auftragseingangs für Gesamtjahr von maximal 5 Prozent.
 
Von Krise keine Spur?
Oerlikon ist breit aufgestellt: rund 40 Prozent der Umsätze in Asien, 30 Prozent in Europa, 16 Prozent in Nordamerika.
 
Die Frankenstärke ist also kein Thema.
Nein. Nur 5 Prozent der Kosten fallen hierzulande an. Ausserdem hat die Kopplung an den Euro Planungssicherheit gegeben.
 
Also keine Forderungen an die Nationalbank?
(lacht) Nein, wir konzentrieren uns auf unser Geschäft.
 
Ist die Kostenoptimierung namens «Operational Excellence» bereits beendet?
Nein. Die Massnahmen sind sehr erfolgreich. So konnten wir beispielsweise in Indien die Produktivität um 30 Prozent erhöhen. Die Programme sind aber noch nicht bei allen Fabriken umgesetzt, da haben wir noch Potenzial.  Auch bei den Prozessen in der Gesamtorganisation haben wir noch Luft nach oben.
 
Das heisst Stellenabbau?
In den vergangenen Monaten haben wir sogar Arbeitsplätze geschaffen, sowohl in Asien als auch in Europa. Wir gehen von einem eher stabilen Verlauf aus.
 
«Stabil» heisst?
Eine gewisse Flexibilität sollte man sich erhalten, um auf die Markbedürfnisse reagieren und weitere Optimierungsmassnahmen umsetzen zu können.
 
Mit anderen Worten: Auch ein Abbau ist möglich?
Wie angekündigt schliessen wir ein Werk in Italien und verkaufen ein weiteres. Darüber hinaus sind aber keine so einschneidenden Massnahmen geplant.
 
Sie haben durch neue Kreditlinien viel Geld in der Kasse. Was sind die Pläne?
Wir konnten unsere Finanzierungskosten reduzieren - das gibt uns Flexibilität. Wir werden damit aber zuerst die Restschulden abbauen. Langfristig lässt es uns das aber auch strategische Optionen offen.
 
Kurzfristig…
… konzentrieren wir uns aber auf weitere operationelle Verbesserungen, Innovationen und regionale Expansion. Langfristig kann man dann über andere Optionen nachdenken.
 
Was erwarten Sie von den Märkten im 2. Halbjahr?
Die asiatischen Märkte werden sich wohl noch abkühlen, Europa bleibt volatil. Wir schauen aber positiv in die Zukunft.

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