Der Vorstand des Forest Stewardship Council (FSC) hat beschlossen, sich von der Danzer Group zu trennen, teilte die Organisation heute mit.

Die Danzer Group ist eine Unternehmensgruppe der Holz verarbeitenden Industrie mit Hauptsitz in Baar, Kanton Zug. Die Gruppe produziert und vertreibt Echtholz-Furniere und Schnittholz aus Laubhölzern. Nach eigenen Angaben ist die Danzer Group der weltweit grösste Produzent von dekorativem Furnier und unter den zehn führenden Herstellern von Schnittholz in Nordamerika.

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Nach gründlichen Nachforschungen einer Beschwerdekommission wurde der Nachweis erbracht, dass die ehemalige Tochter von Danzer Siforco in Menschenrechtsverletzungen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) verwickelt gewesen war.

Einstimmige Entscheidung

«Auf einstimmige Empfehlung der Beschwerdekommission, die ihrerseits durch einen neu geschaffenen Beschwerdeausschuss überprüft wurde, beschloss der Vorstand, dass Danzer eindeutig gegen die Assoziierungspolitik des FSC verstossen hatte», so Kim Carstensen, Generaldirektor des FSC. «Die Handlungsweise von Danzer gefährdete den guten Ruf des FSC», fügte er hinzu.

Die Trennung bedeutet, dass die Danzer Group - sowie alle ihre Tochterunternehmen - ihre FSC-Zertifizierungen und das Recht, die FSC-Handelsmarken zu nutzen, verliert. Da der FSC einen freiwilligen marktbasierten Ansatz verfolgt, um verantwortungsvolle Forstwirtschaft zu fördern, ist der Ausschluss die härteste Massnahme, die die Organisation ergreifen kann. Angesichts der Tragweite der Entscheidung legte der FSC-Vorstand einen hohen «Massstab an Gewissheit» an, der eindeutige und überzeugende Beweise zur Stützung der Entscheidung verlangt.

Grund war Greenpeace-Beschwerde

Der Ausschluss erfolgte aufgrund einer von Greenpeace eingereichten Beschwerde, wonach die Danzer Group und das ehemalige Tochterunternehmen Siforco wiederholt Menschenrechte und althergebrachte Rechte von Waldgesellschaften verletzt hätten, ebenso die Rechte von Waldarbeitern.

Die angeführten Vorfälle ereigneten sich 2011 in und um die Dorfgemeinde Yalisika in der Demokratischen Republik Kongo. Der Generaldirektor des FSC setzte eine neutrale Beschwerdekommission ein, die ausführliche Nachforschungen über die Vorfälle anstellen sollte. Danzer und Greenpeace akzeptierten die Experten der Beschwerdekommission.

Auf der Grundlage der Nachforschungen und Empfehlungen der Beschwerdekommission entschied der Vorstand, sich von der Danzer Group zu trennen. Der Vorstandsvorsitzende und Generaldirektor des FSC teilten der Danzer Group und Greenpeace die Entscheidung persönlich mit.

Die Danzer Group teilte mit, sich wieder für ein FSC-Siegel zu bewerben und die Probleme anzugehen.

(chb/rcv)