Die Zuger Kantonalbank (ZGKB) hat im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2014 bei deutlich gestiegenen IT-Kosten einen tieferen Bruttogewinn erwirtschaftet. Zusätzlich belastete eine einmalige Zahlung wegen einem Systemwechsel in der Pensionskasse. Dank einer Auflösung von Reserven für allgemeine Bankrisiken weist die Bank aber einen Halbjahresgewinn auf Vorjahreshöhe aus.

Ohne die einmalige Zahlung wegen dem Primatwechsel der Pensionskasse resultierte in den ersten sechs Monaten ein um 8,7 Prozent gesunkener Bruttogewinn von 50,9 Millionen Franken, wie die ZGKB am Freitag mitteilte. Einschliesslich der Pensionskassenzahlung von 18,5 Millionen Franken lag der Bruttogewinn bei 32,4 Millionen Franken. Dank der Reservenauflösung resultierte ein unveränderter Halbjahresgewinn von 30,2 Millionen Franken. Im zweiten Halbjahr sollen die Reserven wieder gebildet werden.

Zinsengeschäft knapp gehalten

Im wichtigen Zinsengeschäft konnte die Bank den Erfolg nicht zuletzt dank Volumensteigerungen mit 77,1 Millionen Franken (minus 0,4 Prozent) nahezu halten. Trotz der deutlich tieferen Zinsen hätten die Margen im Hpyothekargeschäft leicht gesteigert werden können, so die ZGKB.

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Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ging dagegen um 6,7 Prozent auf 17,9 Millionen Franken zurück. Die betreuten Depotvermögen sanken zurück - zum einen weil sich die Bank weiter von Kunden aus dem Ausland trennte, zum anderen wegen einer Neudefinition der Depotvermögen. Im Handelsgeschäft resultierte ein Erfolg von 5,7 Millionen Franken (minus 12,9 Prozent).

Der Geschäftsaufwand nahm in der Berichtsperiode um 4,5 Prozent auf 51,6 Millionen Franken zu, wie die Bank weiter mitteilte. Grund waren danach vor allem höhere IT-Plattformkosten aber auch gestiegene regulatorische Anforderungen. Das Kosten/Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich in der Folge auf 50,3 Prozent, nachdem die Kennzahl in der Vorjahresperiode noch 46,9 Prozent betragen hatte.

Hypotheken nachgefragt

Die Hypothekarforderungen stiegen in den ersten sechs Monaten um 2,0 Prozent auf 10,5 Milliarden Franken. Weiterhin sei die Nachfrage nach Wohnraum im Kanton Zug hoch, einzig im oberen Preissegment sei eine gewisse Abkühlung spürbar. Die Qualität des Kreditportefeuilles bewertet die Bank dank ihrer vorsichtigen Kreditpolitik als unverändert gut.

Die Kundeneinlagen nahmen in den ersten sechs Monaten um 1,6 Prozent auf 9,1 Milliarden Franken zu. Die betreuten Depotvermögen wiesen dagegen einen Rückgang um 4,8 Prozent auf 10,0 Milliarden Franken aus. Die Bilanzsumme der ZGKB expandierte im ersten Halbjahr insgesamt um 1,5 Prozent auf 13,5 Milliarden. Die Eigenmittelausstattung sei solide und erfülle auch die jüngsten Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers.

US-Steuerprogramm bald abgeschlossen

Die Arbeiten im Zusammenhang mit dem US-Steuerprogramm seien «weit fortgeschritten», heisst es weiter. Die ZGKB geht nun davon aus, die Thematik «in den nächsten Monaten» abschliessen zu können - wobei dies auch von den zuständigen US-Behörden abhängig sei. Die ZGKB hatte sich im US-Steuerprogramm in die «Kategorie 2» eingeordnet.

Für das Gesamtjahr 2014 erwartet die ZGKB weiterhin einen tieferen Bruttogewinn. Unerwartete Ereignisse ausgeschlossen geht die Bank von einem «insgesamt befriedigenden Gesamtjahresergebnis 2014» aus.

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(awp/gku/sim)