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Zukunft von Alcon: Novartis prüft IPO, Aktie sinkt

Monatelang hat Novartis überlegt, was mit der Augenheilsparte Alcon passieren soll. Alle Optionen wurden geprüft. Das Ergebnis: ein IPO liegt in der Luft, Anleger sind aber enttäuscht.

Veröffentlicht am 24.10.2017

Kein Verkauf: Novartis hält vorerst an seiner kränkelnden Augenheilsparte Alcon fest. Ein Börsengang ist allerdings möglich. Das schreibt der Pharmagigant aus Basel in einem Communiqué zum dritten Quartal. Eine mögliche Transaktion wird indes nicht vor dem ersten Halbjahr 2019 stattfinden, da die Schlüsselkriterien für eine endgültige Entscheidung von der Entwicklung von Umsatz und Margen in mehreren Quartalen abhänge.

Novartis hält fest, dass Alcon über das nötige Potenzial verfüge, um den Umsatz gemäss oder über der Marktentwicklung zu steigern und dabei eine Rentabilität zumindest auf Branchenniveau zu erzielen. Die strategische Überprüfung deute darauf hin, dass die Schaffung eines eigenständigen Unternehmens über eine Kapitalmarkttransaktion zusätzlichen Mehrwert für die Aktionäre generieren könnte, schreibt Novartis.

Gewinnplus im dritten Quartal

An der Börse sorgt das für ein Sinken des Aktienkurses. Um 9.50 Uhr notierten die Novartis-Aktien mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 84,10 Franken. In den Handel gestartet sind die Aktien noch mit einem Minus von knapp 0,3 Prozent, die Verluste haben sich aber bereits in den ersten Handelsminuten ausgeweitet. Unter den wichtigsten Aktien sind die Novartis-Papiere am Donnerstag die grossen Verlierer. Dies wirkt sich auch auf den Leitindex SMI aus, der um rund 0,3 Prozent im Minus notiert.

Was den Alcon-Entscheid angeht, ist die Analystengemeinde uneins. So hoben beispielsweise die Analysten von Vontobel die lange Dauer bis zur endgültigen Entscheidung hervor. Die Zahlen der beiden Divisionen Alcon und Sandoz dagegen stossen auf positive Resonanz. Diese führten dazu, dass Novartis die durchschnittlichen Schätzungen leicht übertreffen konnte.

Auslagerung scheint endgültig

Dass Novartis die Augenheilsparte auslagern wird, scheint die Analystengemeinde nach den jüngsten Äusserung der Konzernführung dagegen als endgültig anzuschauen. «Die Abspaltung von Alcon scheint besiegelt zu sein», schreiben etwa die Analysten der Zürcher Kantonalbank.

Sie halten gleichzeitig aber auch fest, dass deren Umsetzung spät erfolge, insgesamt aber vom Markt eigentlich begrüsste werden dürfte. Bei Baader Helvea dagegen wird das Vorgehen von Novartis explizit gutgeheissen: Ein Ausweis von kontinuierlichem Wachstum sei notwendig, um das Interesse des Kapitalmarktes auf Alcon zu ziehen.

Enttäuschung bei Entresto

Als weiteren Grund für den Kursrückgang nach Bekanntgabe der Quartals-Zahlen nannten Analysten auch die Senkung der Umsatzaussichten mit Generika in den USA. Ebenfalls für Enttäuschung gesorgt haben dürfte zudem die Umsatzentwicklung mit den Wirkstoffen Entresto und Gilenya. Insbesondere bei Entresto hatten gewisse Investoren offenbar auf eine Absatzbelebung gehofft, die sich nun so nicht eingestellt hat.

Der Pharmakonzern hat in den ersten neun Monaten des Jahres 36,2 Milliarden Dollar umgesetzt. Das ist gleichviel wie in der Vorjahresperiode. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 2 Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar. Dabei konnten alle Divisionen zum Wachstum beitragen. Der Gewinn betrug 5,7 Milliarden Dollar über neun Monate (-1 Prozent) und 2,1 Milliarden Dollar (+7 Prozent) über die letzten drei Monate.

(sda/ise/gku)

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