Die an der SWX kotierten Komponentenhersteller erzielten dieses Jahr bisher erfreuliche Wachstumszahlen und wissen insgesamt auch auf Ebit-Stufe zu überzeugen. Dies gilt insbesondere für die Lem Holding, die im vergangenen Geschäftsjahr 06/07 (per 31. März) ihren Betriebsgewinn gegenüber dem Vorjahr um 64% auf 25,5 Mio Fr. verbesserte. Die Ebit-Marge des Genfer Unternehmens, welches Strom- und Spannungswandler herstellt, die in zahlreichen Anwendungen im Industrie- und Automobilbereich zum Einsatz kommen, erhöhte sich dadurch um 3,6 Punkte auf stolze 13,8%. «Ich bin überzeugt, dass wir diese Marge auch im laufenden Geschäftsjahr halten können», sagt Lem-CEO Paul Van Iseghem. Hierzu ist unter anderem die Verlagerung der Massenproduktion nach China vorgesehen. «Nachdem Lem in den vergangenen Jahren seine Hausaufgaben gemacht hat, macht der Schritt jetzt Sinn – auch um nahe bei den Abnehmern zu sein», ist Panagiotis Spiliopoulos, Analyst der Bank Vontobel, überzeugt.

Während sich die Automobilsparte verhalten entwickelte, legte der Industriebereich kräftig zu. «Das grösste Wachstum erzielen wir zurzeit im Energiebereich», erklärt Van Iseghem. Schliesslich könne mit den Lem-Wandlern die Energieeffizienz erhöht oder eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet werden. «Letzteres ist beispielsweise für die Software-Industrie in Indien von grosser Bedeutung», ergänzt Van Iseghem. Zudem profitiert die Firma vom starken Wachstumstrend bei den erneuerbaren Energien.


Lohnender Firmenkauf

Diese Entwicklung spielt auch zugunsten der auf elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und Power Quality (Stromqualität und Netzeffizienz) spezialisierten Schaffner Holding. «Windenergie und Fotovoltaik werden in unserem Geschäft immer wichtiger», ist Firmenchef Alexander Hagemann überzeugt. Schaffner kommt aus einer Umbauphase, in der Ende letzten Jahres die Testsystem-Sparte abgestossen und der Power-Quality-Bereich über den Zukauf der Jacke Transformatoren GmbH integriert wurde. Durch diesen Schritt gelang es dem Unternehmen, im 1. Semester des laufenden Geschäftsjahrs 06/07 ein zweistelliges Nettoumsatzwachstum auf 79,2 Mio Fr. zu erzielen sowie die Aufträge um 28,3% auf 92,6 Mio Fr. zu steigern. Ohne den Zukauf hätte der Umsatz jedoch auf Vorjahresniveau stagniert. «Im Automotivebereich haben wir mittlerweile den Turnaround geschafft», so Hagemann. Dem Unternehmen sei es gelungen, deutliche Kostensenkungen zu erzielen und höhere Preise am Markt durchzusetzen. Der EMV-Bereich profitiert vom Boom bei den deutschen Anlagen- und Maschinenbauern sowie dem starken Markt in China. Im 2. Halbjahr erwartet Schaffner eine Ebit-Marge von ca. 8%, um die für das Gesamtjahr (per 30. September) angekündigte Zielgrösse von 6% zu erreichen.

Anzeige

Stark im Automotivebereich verankert ist auch die Carlo Gavazzi Gruppe. Das Unternehmen aus Zug stellt in der Sparte Automation Components elektronische Komponenten sowie Sensoren her und verzeichnete in Europa und Asien ein erfreuliches Wachstum, während die Zunahme in Amerika verhalten ausfiel. Die kleinere Geschäftseinheit Computing Solutions produziert Systeme für das Verpacken von elektronischen Computergehäusen. Den Bereich konnte Gavazzi im vergangenen Geschäftsjahr 06/07 (per 31. März) zurück in die Gewinnzone bringen. «Ein Verkauf dieser Sparte scheint nach wie vor möglich», ist Vontobel-Analyst Spiliopoulos überzeugt. Den Schritt erwartet er aber erst in 12 bis 18 Monaten.

Der mögliche Verkauf von Computing Solutions sowie das im Vergleich zu Schaffner (21) und Lem (19) moderate 08er-KGV von 12 machen die Gavazzi-Titel in einem insgesamt interessanten Markt zur attraktivsten Aktie.

------

Komponentenhersteller

Lem, Gavazzi, Schaffner

Akquisitionen: Alle drei Komponentenhersteller sind offen für externes Wachstum. «Eine Akquisition muss einen klaren Mehrwert bringen», sagt dazu Lem-Chef Van Iseghem. Auch Schaffner-CEO Hagemann kann sich weitere Akquisitionen «in unserem Kerngeschäft vorstellen». Ein Zusammengehen der beiden Schweizer Firmen wird aber weiter ausgeschlossen.