Onlinehändler und Börsenkandidat Zalando hat nach eigenem Bekunden im zweiten Quartal erstmals einen operativen Gewinn verbucht. Der Trend in Richtung Ertragswende aus dem ersten Quartal habe «sich verstärkt und zu einem profitablen zweiten Quartal für die gesamte Gruppe geführt», teilte das Unternehmen am Freitag mit, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Im Gesamtjahr wird Zalando wohl aber erneut Verluste verbuchen. Rubin Ritter, Mitglied des Zalando-Vorstands, sagte, er halte an dem Ziel fest, im Geschäftsjahr 2014 auf Gruppenebene einen entscheidenden Schritt hin zur Ebit-Gewinnschwelle zu machen, «auch wenn wir den Breakeven eventuell nicht ganz erreichen werden.»

Nach ersten Berechnungen liegt der Umsatz im zweiten Quartal zwischen 520 und 560 (Vorjahr: 437) Millionen Euro, wie Zalando mitteilte. Daraus ergebe sich für das erste Halbjahr ein Umsatz zwischen 1,02 und 1,06 Milliarden Euro. Im gesamten Vorjahr erreichte der Umsatz 1,7 Milliarden Euro.

Neue Informationen über den Börsengang

Zalando lotet derzeit einen Börsengang aus, der Mittel für die Expansion in die Kassen spülen soll. Der Chef von Anteilseigner Tengelmann, Erivan Haub hatte zuletzt aber gesagt, bei einem möglichen IPO käme nur ein kleiner Teil an die Börse, da jeder Gesellschafter erklärt habe, seine Anteile behalten zu wollen. Zuletzt war Zalando insgesamt mit rund 3,8 Milliarden Euro bewertet worden.

Der grösste Aktionär, der börsennotierte schwedische Finanzinvestor Kinnevik, hält 36,5 Prozent. Die Internet-Investoren Samwer, mit deren Geld Zalando gross geworden war, sind mit 17 Prozent der zweitgrösste Anteilseigner. Weitere Miteigentümer sind neben Tengelmann mit etwas über fünf Prozent, der dänische Modeunternehmer Anders Holch Povlsen mit zehn Prozent sowie Holtzbrinck Ventures und der kanadische Pensionsfonds OTPP.

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(reuters/gku/sim)