Die Frage, setzen wir bei der Klimapolitik die richtigen Prioritäten, ist berechtigt. Dies insbesondere, da jetzt Millionen in erneuerbare Energien fliessen, der Ausstoss von CO2 finanziell bestraft wird und selbst KMU Klimabeauftragte benötigen.

Die kleine lautstarke Gruppe der Klimaskeptiker, welche die Bekämpfung des Klimawandels für nutzlos hält, kommt da manchem gerade recht.

Doch das Fazit der Wissenschaft, tausender Forscher, die an den Berichten des internationalen Klimarates (IPCC) gearbeitet haben, ist klar: Die Klimaerwärmung ist real, pro Jahrzehnt werden die Temperaturen global um 0,2 °C steigen. Die Konzentration von Treibhausgasen fördert die Erderwärmung. Zudem wird die hohe CO2-Konzentration von Menschen verursacht. Selbst wenn sie auf dem Niveau von 2000 stabilisiert würde, stiegen die Temperaturen weiter an.

Vor diesem Hintergrund gibt es an den beschlossenen Zielen nichts zu rütteln: Die Schweiz hat sich im Kyoto-Protokoll 1997 verpflichtet, ihren Treibhausgas-Ausstoss bis 2012 8% unter das Niveau von 1990 zu senken. Um drastische Reduktionsziele herum werden 2009 in Kopenhagen auch die Staatschefs nicht kommen, wenn sie ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll beschliessen. Hierzulande will der Bundesrat den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2020 um minimal 20% und bis 2050 um 50% senken.

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Jetzt gilt es zu fragen, welches die richtigen Prioritäten sind, um diese Ziele zu erreichen. Laut Bund reichen die heutigen gesetzlichen und freiwilligen Massnahmen knapp, um das Kyoto-Ziel 2012 zu erreichen. Nicht jede politische Steuerung ist sinnvoll. Die Steuerbefreiung von Agrotreibstoff ist wegen der Konkurrenz zu Nahrungsmitteln fragwürdig. Einspeisevergütungen für erneuerbare Energie dagegen sind überfällig, wenn man deren Schub für Ökostrom in Deutschland bedenkt. Bei weiteren Fragen wie «Soll die Schweiz verstärkt auf günstige CO2-Kompensationen im Ausland setzen?», sollte nicht zu weit gedacht werden. Aufgrund massiver Adaptionskosten, welche die Erwärmung der Schweiz bringt, und des hohen Anteils an grauer Energie, die die Schweiz konsumiert, ist ein Inlandengagement nicht nur eine Frage der Glaubwürdigkeit. Mit dem Outsourcing der CO2-Reduktion würden auch grosse Know-how-Nachteile riskiert.

Ein Umstieg auf erneuerbare Energien und mehr Energieeffizienz ist keine grüne Idee. Oerlikon-Solar-CEO Jeannine Sargent sagt, sie hoffe, dass die Entscheidungsträger aus Vernunft die richtige Wahl treffen. «Doch wegen des hohen Ölpreises werden sie gezwungen, in alternative Energien zu investieren.»