Heute gibt es in der Schweiz 104 Einkaufszentren (mit einer Fläche von über 7000 m2) auf einer Gesamtfläche von über 1,7 Mio m2. Der Anteil dieser Shopping-Center am Einzelhandelsumsatz liegt mit 12,8 Mrd Fr. bei rund 14%. Tendenz steigend!

Bereits in Planung befinden sich 15 neue Shopping-Center und acht Fachmärkte mit einer Fläche von über 50000 m2. Diese sollen in den nächsten Jahren realisiert werden. Mit der Umsetzung dieser Projekte wird sich der Umsatzanteil in Shopping-Centern, gemessen am gesamten Schweizer Einzelhandel, zwar nochmals erhöhen, jedoch nicht in Relation zur Flächenexpansion.

Schon zwischen 2000 und 2006 sind die Flächen in Shopping-Centern in der Schweiz um 57,4% gestiegen, während die Umsätze in dieser Zeit lediglich um 22,6% gesteigert werden konnten. Fazit: Die Flächenproduktivität nimmt ab.

Hart umkämpfter Markt

Die Center-Management-Verantwortlichen sind gefordert. Der Erfolg der Immobilie lässt sich dabei hervorragend messen. Je höher der Umsatz, den die Mieter realisieren, je höher auch der Ertrag für den Investor.

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Mit anderen Worten erwirtschaften die Shopping-Center ihren Ertrag einerseits durch eine Sockelmiete und andererseits durch eine Umsatzmiete, die einer Erfolgsmiete gleichzusetzen ist. Darum hat das Center-Management grosses Interesse daran, wie sich der Mietermix zusammensetzt und auch wie der Mieter sich auf dem Markt und im Umfeld des Shopping-Centers positioniert und profiliert. Darüber hinaus werden in einer Mietergemeinschaft zusätzliche Gelder für die Werbung generiert und investiert. Auch diese Gelder sind oft mit den Umsätzen der Mieter gekoppelt. Fazit: Nur erfolgreiche Mieter machen das Shopping-Center und somit die Immobilie attraktiv.

Herausforderung für die Zukunft

Gefordert sind daher die bestehenden Shopping-Center, die sich auf dem Markt noch besser und für den Konsumenten klarer positionieren müssen. Gefordert sind aber auch die Investoren, die nur mit einem klaren Konzept erfolgreich sein werden: Die neuen Projekte differenzieren sich alleine schon durch ihre Grösse von bestehenden und bekannten Shopping-Malls. Der Trend geht deutlich in Richtung UEC (Urban Entertainment Center) und Mega Malls. Konzepte von 70000 bis weit über 100000 m2 sind keine Seltenheit. Die Idee dieser UEC basiert auf der Vermischung von Unterhaltung, Freizeit und Einkauf. Nebst traditionellen Shopping-Möglichkeiten und riesigen Food-Courts bieten sie zum Beispiel auch Multiplex-Kinos, Wellnessoasen, Bowling-Hallen, Indoor-Kart-Bahnen an.

In der Schweiz gehören das am 8. Oktober 2008 neu eröffnete Westside in Bern-Brünnen sowie das Sihlcity in Zürich zu dieser Gattung von Shopping-Centern.

Lukrative Kapitalanlage

Zweifelsohne sind Investitionen in Shopping-Center eine lukrative Kapitalanlage, was sich in der aktuellen und zukünftigen Entwicklung neuer Projekte im In- und Ausland widerspiegelt. Aber auch der Einzelhandel als potenzieller Mietpartner weiss die begehrten Standorte in Shopping-Centern zu schätzen. Einerseits entwickeln sich die Umsätze in den Centern überaus positiv, anderseits ermöglichen sie eine schnelle Expansion und bieten somit eine Alternative zu den oft viel zu teuren und raren Lagen in der Innenstadt.