Auch wenn die Gesellschaft für Marketing (GfM) und die Denkfabrik Avenir Suisse unterschiedliche Visionen verfolgen, haben die Organisationen trotzdem einen gemeinsamen Nenner, wenn es um Innova- tionen geht: Sie wollen die Schweizer Wirtschaft und ihre Unternehmen zu Höchstleis-tungen anspornen.

Ulrich H. Moser, Präsident der GfM, führt dazu im Interview mit der «Handelszeitung» aus: «Innovation per se ist noch keine ‹raison d’être› für die GfM. Uns geht es darum, ein Antreiber zu sein, damit unsere Mitglieder innovativ sein können.» Es handle sich immerhin um mehr als 700 namhafte Unternehmen aus allen Branchen. «Die GfM wirkt als Enabler für ihre Mitglieder.»

Zur Rolle der GfM als treibender Kraft fügt Moser hinzu: «Wir können und wollen helfen. Durch unser Angebot probieren wir, Leute und Firmen nicht nur für aktuelle, sondern auch für künftige Themen zu sensibilisieren. Wir geben ihnen das Rüstzeug sowie Beispiele mit auf den Weg.»

Moser fordert von den Firmen aber mehr Mut: «Wenn es um Ideen für Innovation geht, dann sind wir in der Schweiz sehr gut. Sobald es um die Umsetzung geht, hapert es. Wahrscheinlich, weil wir zu wenig Unternehmertum haben.» Darüber hinaus fehle hierzulande die Mentalität der Freiheit zu scheitern. «Bei uns ist ein Misserfolg nach wie vor ein ‹Tolggen› im Reinheft.»

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Thomas Held, Direktor von Avenir Suisse, erklärt im Gespräch mit der «Handelszeitung»: «Innovationen werden fast nur von der Privatwirtschaft hervorgebracht und zum grössten Teil auch durch sie finanziert. Deshalb sollten primär die vorteilhaften Rahmenbedingungen für Unternehmen in der Schweiz zumindest gewahrt und nach Möglichkeit verbessert werden.»

Der Staat solle so wenig wie möglich regulieren, dafür mit diplomatischen Aktivitäten vermehrt als Türöffner für Schweizer Unternehmen im Ausland auftreten. «Ich denke dabei nicht an die grossen Konzerne, die das nicht nötig haben, sondern an international orientierte KMU, für die diesbezüglich noch mehr getan werden könnte», sagt Held. Österreich sei ein gutes Beispiel für ein solches Engagement.

In diesem Zusammenhang könne Avenir Suisse nur als Ideengeber auftreten und nicht als operationeller Akteur. Held ergänzt: «Wir stehen den KMU nicht in beratender Form bei, sondern nehmen ihre Anliegen auf, führen Studien zu entsprechenden Themenkomplexen durch oder organisieren Tagungen und Diskussionen, die möglicherweise Impulse zu konkreten und zielführenden Massnahmen geben.»