1. Home
  2. Unternehmen
  3. Schweizer Versandapotheke übernimmt Vitalsana

Erweiterung
Zur Rose macht den nächsten Kauf perfekt

Medikamentenversand von Zur Rose: Das Unternehmen wächst.

Zur Rose kauft in Deutschland zu: Die Schweizer Versandapotheke übernimmt Vitalsana. Das Unternehmen steht unter Wachstumsdruck.

Veröffentlicht am 23.11.2017

Die Schweizer Versandapotheke Zur Rose übernimmt Vitalsana sowie den dazugehörigen Dienstleister ApDG. Das teilt das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Versandapotheke ist im deutschen Heerlen angesiedelt und war bisher im Besitz von Werbekonzern Ströer. Die Handelszeitung hatte Anfang der Woche von dem sich anbahnenden Deal berichtet.

Zur Rose braucht dringend gute Nachrichten. Seit dem Börsengang im Juli hat der Aktienkurs fast 10 Prozent verloren. Das Unternehmen muss also wachsen, um an der Börse wieder zu trumpfen.

Vitalsana primär auf Generika ausgerichtet

Entsprechend bewertet Zur Rose auch den Zukauf: Damit untermauere die Firmengruppe ihre auf langfristiges Wachstum ausgelegte Strategie, heisst es in der Unternehmensmeldung. Im Zuge der Akquisition bündele sie einen wesentlichen Teil ihrer Versandaktivitäten in der Euroregion Aachen/ Heerlen. Synergieeffekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette sollten realisiert werden. Zum Kaufpreise werden keine Angaben gemacht.

Vitalsana ist primär auf rezeptfreie Medikamente ausgerichtet und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. Beim Kauf hatte Ströer selbst vor etwas über einem Jahr 4,5 Millionen Euro für die frühere Schlecker-Tochter bezahlt. Die Wettbewerbsbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Börsengang im Juli

Zur Rose war im Juli an die Schweizer Börse gegangen. Mit dem Erlös von 233 Millionen Franken will die Gruppe ihre Expansionsstrategie finanzieren. Vor allem in Deutschland will Zur Rose ihr Geschäft ausbauen. Bis Ende Jahr übernimmt Doc Morris im Zuge dessen bereits den Logistiker Eurapon Pharmahandel.

Die Nummer zwei im deutschen Markt hinter Doc Morris, die Shop Apotheke Europe, setzt ebenfalls auf Wachstum durch Zukäufe. Bislang waren die Niederländer hauptsächlich auf den Handel mit rezeptfreien Medikamenten spezialisiert. Mit der im September angekündigten Übernahme der Versandapotheke Europa Apotheek konkurrenziert die Shop Apotheke Zur Rose neu auch im Handel mit rezeptpflichtigen Medikamenten.

Gemessen am Umsatz bleibt Zur Rose vorerst der grösste Player im europäischen Markt. Die Zur-Rose-Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 880 Millionen Franken, wovon 361 Millionen Franken auf das deutsche Tochterunternehmen Doc Morris entfielen. Shop Apotheke und Europa Apotheek wären 2016 gemeinsam auf 318 Millionen Euro gekommen.

(me)

Anzeige