OC Oerlikon hat zwar ein erfreuliches Wachstum gezeigt, die Analystenerwartungen konnten aber nicht erfüllt werden. Weshalb?

Uwe Krüger: Der Analystenkonsensus war sehr anspruchsvoll, denn die Zahlen, die wir präsentiert haben, sind respektabel. Die Erwartungen waren wahrscheinlich durch die hohe Wachstumsgeschwindigkeit im 1. Semester 2007 geprägt, weshalb wohl auch die Vorstellungen, mit welcher Geschwindigkeit es weitergehen könnte, über das Ziel hinausgeschossen sind. Wir haben noch einige Hausaufgaben vor uns, um unser Jahresziel zu erreichen. Insgesamt bin ich aber zufrieden.

Die Margen sind aber etwas zurückgekommen. Wie wollen Sie diese wieder verbessern?

Krüger: Einerseits hängt dies mit der Veränderung des Produktemix zusammen, weil der strukturell etwas margenschwächere Textilbereich am stärksten gewachsen ist. Andererseits haben wir mit den Restrukturierungen und einer Verschiebung beim Umsatz im Solarbereich einzelne Sondereffekte. In den Bereichen Textiles und Vacuum besteht noch Aufholbedarf, doch gehen wir in die richtige Richtung.

Welche Marge streben Sie für OC Oerlikon an?

Krüger: Wir geben Zielvorgaben für die einzelnen Segmente aus, da wir dort mit der Konkurrenz vergleichbar sind. Grundsätzlich sind wir aber ein Hightech-Unternehmen und müssen daher deutlich über 10% kommen.

Wann wird dies der Fall sein?

Krüger: Ich halte dies mittelfristig für ein absolut erreichbares Ziel.

Wie kommen Sie im Bereich Optics mit der Restrukturierung voran?
Krüger: Die Restrukturierung von Optics ist komplex. Wir sind dabei, die zukunfts- und margenträchtigen Geschäftsfelder ausfindig zu machen, und werden mit diesen Massnahmen bis Ende des Jahres spürbare Erfolge haben. Die Restrukturierung wird jedoch sicherlich auch 2008 weitergehen. Eine Desinvestition von grösseren Teilen der Business-Unit steht nicht zur Diskussion.

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Ist der Turnaround-Prozess bei Esec abgeschlossen?

Krüger: Die strukturellen Massnahmen sind abgeschlossen. Das Esec-Team hat hervorragende Arbeit geleistet, die sich jetzt auszahlt. In den Innovationsbereichen müssen wir allerdings die Software noch weiterentwickeln.

Weshalb sind die Aufträge in der Solarsparte zurückgegangen?

Krüger: Zum einen ist dies auf den API-Auftrag zurückzuführen, den wir rausgenommen haben. Zum andern fiel der Closing-Termin für einzelne Aufträge in das 4. Quartal. Ende Jahr werden sich die Aufträge genau in die prognostizierte Richtung entwickeln, weshalb wir einen zweiten Standort in Asien planen. Dadurch erhalten wir die Kapazitäten, um der hohen Nachfrage zu genügen. Dieses Jahr sind wir um 100% gewachsen, und wir werden auf der Basis von mindestens 300 Mio Fr. im nächsten Jahr erneut über 100% zulegen.

Kommt ein Spin-off für die Solarsparte in Frage?

Krüger: Der Bereich wird auf absehbare Zeit im Oerlikon-Konzern bleiben, da wir viele Synergien im Konzern nutzen können.

Wie sieht es auf der anderen Seite, insbesondere im Vacuum-Bereich, mit Akquisitionen aus?

Krüger: Dieser Markt befindet sich in einer Konsolidierung, doch muss für uns auch der Preis stimmen. Das Vacuum-Geschäft entwickelt sich auch als Stand-alone sehr erfolgreich. Wir suchen weiterhin sowohl kleinere wie auch grössere Akquisitionen, vor allem im Solar- und im Space-Bereich. Unser Fokus liegt auf Käufen zwischen 10 und 250 Mio Fr. in margenträchtigen Gebieten. Aber wir verschliessen unsere Augen nicht vor einer grösseren Opportunity.

Konkret, steht etwas an?

Krüger: Absolut. Wir untersuchen gegenwärtig mehrere Opportunities in den genannten Bereichen.

Ihre Erwartungen für 2008 sind etwas gedämpft. Weshalb?

Krüger: Der Konzern wird auf der Top- und Bottom-Line erfreulich wachsen. Unser Fokus liegt dabei auf der Bottom-Line und einem gesunden Cashflow. Der heutige Tag hat aber gezeigt, dass wir mit den Erwartungen vorsichtig umgehen müssen. Zudem wird der Textilbereich nicht erneut um 25 bis 30% zulegen können.

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OC Oerlikon

Umsatzmotor Textil
OC Oerlikon erreicht innerhalb der ersten neun Monate 2007 insbesondere durch das starke Wachstum im Bereich Textil (Saurer) sowie in der Solarsparte gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 21% auf 4,1 Mrd Fr. Der Betriebsgewinn stieg gleichzeitig um 12% auf 342 Mio Fr. Beim Sorgenkind Esec wurde der Turnaround geschafft.

Unter Erwartungen D
as Ergebnis des Technologie-Konzerns konnte die Erwartungen der Analysten nicht erfüllen. Insbesondere die Ebit-Marge fiel schwächer aus als prognostiziert. Nach der Publikation der Zahlen sind die Oerlikon-Titel unter Druck geraten und fielen um gut 1,7% auf 511 Fr. zurück.