Von Frankenstärke ist heute weniger oft die Rede. Doch die Schweizer Währung bleibt stark – und dies gilt nicht nur im Vergleich mit dem Euro. Auch die Nationalbank nennt den Franken weiterhin «hoch bewertet». Wie kräftig die Schweizer Devise ist, zeigt ein Blick auf den «Latte-Index».

Demnach müssen Zürcher für einen «Latte» von Starbucks den höchsten Preis weltweit zahlen. 5,76 Dollar kostet das Milchkaffeegebräu umgerechnet in der Limmatstadt – New Yorker zahlen hingegen nur 3,45 Dollar für ihren Becher. In Kairo und Johannesburg profitieren die Kunden im Vergleich mit Zürich von Schnäppchenpreisen: Etwas mehr als 1,50 Dollar kommt der Latte in Ägypten zu stehen, wie die Grafik des Datenanbieters Statista zeigt.

Die Kleine Schwester des Burger-Index

Der «Latte-Index» ist die unbekannte Schwester des berühmten «Big-Mac-Index» – bei beiden Indizes wird der Preis eines standardisierten Produkts in verschiedenen Ländern verglichen, um die Kaufkraft zu messen. An der Zürcher Bahnhofstrasse kostet der Latte zwei Drittel mehr als an der Wall Street – demnach ist der Franken zum Dollar um zwei Drittel überbewertet.

Ökonomen betrachten den Index allerdings als Spielerei ohne grossen wissenschaftlichen Wert. Denn obwohl ein Latte von Starbucks überall gleich schmecken sollte, ist das Produkt nicht so gut vergleichbar, wie es den Anschein macht. Beispielsweise mischen Zürcher Baristas dem Latte teure Schweizer Milch bei. Der Milchpreis ist nur einer der Faktoren, der sich von Land zu Land stark unterscheidet  – und doch beeinflusst, wie viel Kunden für das Getränk bezahlen müssen.

(Dyfed Lösche, Statista/mbü)

Handelszeitung.ch präsentiert zusammen mit dem Statistik-Portal Statista jede Woche eine aktuelle Infografik aus den Bereichen Wirtschaft, Technik oder Wissenschaft.

Anzeige