17. Oktober 2012: Die Zurich-Aktie taucht an der Börse. Anleger und Analysten sind enttäuscht, dass der Versicherungskonzern im Deutschlandgeschäft wegen unterschätzter Haftpflichtfälle Rückstellungen von rund einer halben Milliarde Euro angekündigt hat.

Die Konzernführung zeigt sich in jener Mitteilung «enttäuscht», die entsprechenden Massnahmen seien eingeleitet worden. Vor wenigen Tagen wurden nun offensichtlich erste Ergebnisse sichtbar: Laut einem Medienbericht trennten sich Zurich Deutschland und drei Vorstände mit sofortiger Wirkung.

Rätselhafte Kommunikationspolitik

Interessanterweise wurde die Personalie offiziell nicht verkündet - im Gegenteil: Die Zurich-Pressestelle zeigte sich unsicher, wie mit dem Sachverhalt umgegangen werden soll. «Ein Sprecher von Zurich bestätigte entsprechende Informationen», hiess es beispielsweise beim «General-Anzeiger Bonn». Das Schwesterblatt «Kölnische Rundschau» vermeldete hingegen, dass sich eine Sprecherin von Zurich auf Anfrage nicht äussern wollte.

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Mittlerweile hat die Zurich-Pressestelle in Düsseldorf auf eine neuerliche Anfrage von «Handelszeitung Online» reagiert: «Zurich kommentiert grundsätzlich keine Personalabgänge», sagt Bernd Engelien, Leiter Kommunikation. Trotzdem zeigt er sich gesprächig: «Die drei Herren haben ihre Ämter auf eigenen Wunsch zum 23. November 2012 niedergelegt, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen.»