Sollte die Zurich Insurance Group ihre Pläne umsetzen, den britischen Konkurrenten RSA zu kaufen, droht dem Standort Zürich eine Schwächung. Im Falle einer Übernahme überlegt man sich, am General-Gusian-Quai, strategisch wichtige Managementposten nach London zu verlagern. Dies berichten mehrere Insider der Handelszeitung. «London hat gute Chancen, wenn es darum geht, Redundanzen zu reduzieren und etwas zusammenzulegen», sagt einer von ihnen.

Zurich selbst will die Gerüchte nicht kommentieren. «Es ist zu früh, um im Detail Synergieeffekte zu kommentieren, die bei einer allfälligen Übernahme entstehen würden», so ein Sprecher.

Finale Entscheidung für diese Woche erwartet

Was das Knowhow und die Flexibilität betrifft, hat die britische Hauptstadt Zürich viel voraus. «In London entstehen zuerst neue Produkte, dort herrscht die meiste Flexibilität und Bereitschaft, neues zu probieren», so ein Manager eines grossen europäischen Konzerns. Die Kultur in der Branche und die Unkompliziertheit der Kommunikation sind denn auch laut einer Studie der Boston Consulting Group wichtige Punkte, in denen Grossbritannien die Schweiz abhängt. «Das Wissen ist konzentrierter», so ZKB-Analyst Georg Marti.

Ende Juli hatte Zurich bekannt gegeben, dass man eine Offerte für RSA prüfe. Eine finale Entscheidung könnte laut Branchenkennern noch diese Woche fallen.

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