Es hatte alles so gut ausgesehen. Mit Josef Ackermann schien die Zurich Financial Services (ZFS) den Wunschnachfolger für den 2012 altershalber weichenden Präsidenten Manfred Gentz (69) gefunden zu haben. Wenig erfreut war man im Verwaltungsrat über Ackermanns überraschenden Move, sich per 2012 als Aufsichtsratschef der Deutschen Bank aufstellen zu lassen. Zwei Präsidien zu belegen, eines bei der «Zürich», eines bei der Deutschen Bank, geht nicht.

Jetzt muss eine neue Lösung gefunden werden. Dabei stehen bei der «Zürich» zwei Varianten im Vordergrund. Einerseits hat der Verwaltungsrat extern die Suche gestartet. Gentz habe sich zähneknirschend bereit erklärt, notfalls ein weiteres Jahr anzuhängen, erzählen Vertraute. So könnte der Externe im Gremium noch Erfahrung sammeln, bevor er den Präsidentenjob übernimmt.

Die Suche dürfte nicht einfach werden: Nicht nur hat der Präsident als Non-executive Chairman im Verhältnis zum CEO, derzeit Martin Senn, beschränkte Gestaltungsmöglichkeiten; er ist auch mit einem Grundgehalt von 700 000 Dollar nicht übermässig bezahlt. Der Vorteil: Der Job, der ein bis zwei Tage pro Woche Präsenz in der Schweiz erfordert, kann als Teilzeitmandat erfüllt werden.

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Sollte in den kommenden Monaten kein externer Kandidat zu finden sein, tritt Gentz wie geplant im Frühling 2012 zurück und wird intern ersetzt. Vier heutige Mitglieder des Verwaltungsrats gelten laut Insidern als Kandidaten: Es sind dies die drei Schweizer Thomas Escher, Rolf Watter und Fred Kindle sowie der Niederländer Tom de Swaan.

Je nach Person wäre die Wahl eher ein Provisorium, um in Ruhe eine langfristige Lösung für den Präsidentenjob zu finden. Eine solche ist beim Versicherungskonzern die Regel.

Für eine Übergangslösung wäre wohl Wirtschaftsanwalt Rolf Watter zu haben, der sich ja auch bei Nobel Biocare bereit erklärt hat, die Präsidentenrolle ad interim zu besetzen. Oder der ehemalige ABN-Amro-Banker Tom de Swaan, der als Mehrfachverwaltungsrat, unter anderem bei GlaxoSmithKline, ebenfalls beruflich stark eingebunden und überdies bereits 65 Jahre alt ist. Ex-ABB-Chef Fred Kindle hat als Mann der Industrie kaum das richtige Profil. Bleibt Thomas Escher, derzeit bei der UBS als Vice Chairman im Bereich Wealth Management and Swiss Bank tätig. Allerdings ist auch Escher kein reiner Finanzmann, hat er doch in seiner Karriere vor allem im IT-Bereich gewirkt.