Morgen Donnerstag stellt die Zurich Versicherung die Halbjahreszahlen vor. Dabei wird der Schweizer Versicherungskonzern offizielle Details zum geplanten Stellenabbau bekannt geben.

Recherchen der «Neuen Luzerner Zeitung» (NLZ)  zeigen schon heute: Das wahre Ausmass des «Kostensenkungsprogramms » wird die Schweizer viel stärker betreffen, als man ihnen bisher vorgaukelte: Jeder zehnte Arbeitsplatz ist hier laut Recherchen von NLZ in Gefahr.

Gewerkschaften «nicht überrascht»

Die Gewerkschaften überrascht diese Entwicklung nicht: «Wir sind immer davon ausgegangen, dass der Abbau in der Schweiz grösser als zunächst kommuniziert ausfallen würde», sagt Karin Oberlin, zuständig für den Bereich Sozialpartnerschaften bei KV Schweiz. Die Zurich will zu den Zahlen keine Stellung nehmen und verweist auf die Präsentation der Halbjahresbilanz von Donnerstag.

Schweizer zahlen die Zeche

Die Zurich hatte letzten März unter der Führung des Konzernchefs Martin Senn angekündigt, 800 der weltweit 55'000 Stellen im Rahmen eines Restrukturierungsprogramms abzubauen. Besonders Grossbritannien, Irland und die Schweiz würden unter die Lupe genommen.

Allerdings sprach die Zurich stets davon, dass die Schweiz lediglich zu einem Drittel vom Stellenabbau betroffen sein würde. Mit dem Abbau soll derweil das Management, welches zwischen der Konzernführung und den Ländergesellschaften zu finden ist, verschlankt und den Ländergesellschaften gleichzeitig mehr Kompetenzen zugebilligt werden.

Darüber hinaus will der global tätige Versicherungskonzern jährlich gegen 250 Millionen Dollar einsparen sowie die im Dezember 2013 gesteckten Renditeziele erreichen. Die Zurich strebt für die kommenden Jahre eine Eigenkapitalrendite von 12 bis 14 Prozent an.

(chb)

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