Die Zurich Insurance Group gibt das Buhlen um den englischen Versicherer RSA auf. Die Gespräche mit RSA seien «beendet», schreibt der SMI-Konzern in einer Mitteilung. Zurich beabsichtige nicht, «ein Kaufangebot für das gesamte ausgegebene und noch auszugebende Stammkapital von RSA zu unterbreiten».

Die Zurich hatte Ende August einen unverbindlichen Vorschlag über 550 Pence pro RSA-Aktie unterbreitet. Damit würde der britische Konkurrent mit knapp 5,6 Milliarden Pfund bewertet. Die Briten forderten aber mehr Geld: 600 Pence statt die angebotenen 550. 

Probleme im Versicherungsgeschäft

Zurich begründete den Abbruch der Akquisitionspläne am Montag mit Problemen im eigenen Schadenversicherungsgeschäft. Derzeit gehe der Konzern davon aus, dass die Sparte im dritten Quartal einen operativen Verlust von rund 200 Millionen Dollar schreibe. Der Versicherer werde sich auf die nötigen Schritte konzentrieren, um das Schadenversicherungsgeschäft wieder auf Kurs zu bringen.

Zurich bleibt trotzdem auf Brautschau. «Wir schauen Akquisitionen weiter an», erklärte eine Konzernsprecherin am Montag. Das Unternehmen werde dabei aber diszipliniert vorgehen. «Das Übernahmeziel muss unsere Renditevorgaben erfüllen und zur Strategie passen.»

Tianjin-Explosionen verhageln den Gewinn

Hauptgrund für den Verlust im dritten Quartal seien geschätzte Kosten von 275 Millionen US-Dollar, welche die Explosion im Hafen von Tianjing Mitte August verursacht hätten, wie der Konzern in einer Mitteilung schreibt.

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Abgesehen davon bewegten sich die Grossschäden im dritten Quartal auf dem Niveau des ersten Halbjahres. Ausserdem würden im Zuge einer Überprüfungen der Verpflichtungen unter anderem im US-Autogeschäft Wertberichtigungen von rund 300 Millionen Dollar vorgenommen.

Aktienkurs sinkt

Anleger goutieren die Zurich-Nachrichten nicht. Die Aktie fällt zum Börsenauftakt fast zwei Prozent. Nur Transocean-Aktien sind schlechter im SMI. Der Gesamtmarkt notiert mit 0,3 Prozent leicht tiefer.

(awp/reuetrs/ise/chb)