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Abbau
Zurich streicht weitere 360 Stellen

Zurich baut mehr Arbeitsplätze ab als bislang bekannt. Zudem verlegt der Versicherer Jobs aus der Schweiz ins Ausland. Dem Sparkurs könnten bis zu 500 Schweizer Stellen zum Opfer fallen.

Veröffentlicht am 03.12.2015

Der Versicherungskonzern Zurich drückt bei seinem Kostensenkungsprogramm aufs Gas. Bis Ende 2018 sollen rund 300 Stellen, die derzeit in der Schweiz angesiedelt sind, in bestehende Dienstleistungszentren im Ausland verschoben werden.

Betroffen sei der Bereich Administration und Informatik (Group Operations and Technology), schreibt Zurich am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Zudem sollen bis Ende 2017 auch im internationalen Grosskundengeschäft (Global Corporate) weltweit rund 360 Stellen abgebaut werden.

Reaktion auf schlechteres Geschäft

Beide Massnahmen waren der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt, nach Informationen der «Handelszeitung» sollten 70 Stellen abgebaut werden. Die nun publik gewordenen Massnahmen seien eine Reaktion auf die Verschlechterung der Rentabilität im Schadenversicherungs-Geschäft. Deshalb seien einige der im Mai angekündigten Massnahmen zur Kosteneinsparung beschleunigt worden, heisst es zur Begründung. Der Konzern strebt bis 2018 jährliche Kosteneinsparungen von einer Milliarde Franken an.

Wie viele Stellen in der Schweiz insgesamt gestrichen werden, gab die Versicherungsgruppe nicht bekannt. Der «Tagesanzeiger» berichtete in seiner Ausgabe vom Donnerstag von insgesamt rund 450 Jobs, die am Hauptsitz in Zürich wegfallen sollen.

Martin Senn ist zurückgetreten

Wie bereits bekannt, werden auch in Deutschland bis Ende 2018 500 Stellen abgebaut. Und in Grossbritannien fallen bis Ende 2017 rund 440 Arbeitsplätze weg. Darüber hinaus will der Konzern im Schadenversicherungsgeschäft in mehreren Ländern, darunter auch der Schweiz, bis Ende des laufenden Jahres rund 200 Stellen abbauen.

Erst am Dienstag hatte Konzernchef Martin Senn seinen Posten geräumt. Die Versicherungsgruppe wird nun interimistisch von Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan geleitet. Nach der geplatzten Übernahme des britischen Versicherers RSA und dem Gewinneinbruch im dritten Quartal war der Druck auf Senn gestiegen, den Weg für eine neue Führung frei zu machen.

(sda/me)

 

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