Der seit März amtierende Chef des Versicherungskonzerns Zurich, Mario Greco, hat für das erste Quartal 2016 keine gute Resultate zu vermelden. Der Reingewinn ist um 28 Prozent auf 875 Millionen Dollar eingebrochen. Europas fünftgrösster Versicherer schnitt damit allerdings besser ab als von Analysten erwartet. Diese hatten durchschnittlich mit 707 Millionen Dollar Überschuss gerechnet.

Gleich zu Handelsbeginn stiegen die Zurich-Papiere um 4 Prozent auf 225 Franken und führten damit die Gewinnerliste in einem leicht schwächeren Marktumfeld an. Mit der Restrukturierung der Schadensversicherung sieht sich die Zurich auf Kurs, auch wenn mit wesentlichen operativen Verbesserungen in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen ist.

Geringerer Betriebsgewinn

Der Betriebsgewinn ging von Januar bis März laut einer Publikation der Gesellschaft um 16 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zurück. Die gesamten Einnahmen der Gruppe reduzierten sich um 6 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar.

In der grössten Sparte, der Sachversicherungsdivision, verschlechterte sich der sogenannte Schaden-Kosten-Satz, ein Gradmesser der Profitabilität einer Versicherungsgesellschaft. Fürs erste Quartal 2016 weist Zurich 97,7 Prozent aus. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug der Wert 96,7 Prozent und hat sich somit um 1 Prozentpunkt verschlechtert, was sowohl auf einen höheren Schaden- wie auch Kostensatz zurückzuführen war.

Prämien gesunken

Die Prämien sanken im Segment Sachversicherungen um 10 Prozent. In Lokalwährungen ging es um 5 Prozent nach unten. Als einer der Gründe dafür nannte Zurich im Communiqué, dass sie sich von unrentablen Versicherungsportfolios getrennt habe.

In der Lebensversicherungssparte lief es dagegen besser. Sowohl der Betriebsgewinn als auch die Einnahmen blieben im Vorjahresvergleich nahezu unverändert.

Starke Kapitalbasis

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen betrug im ersten Quartal 1,7 Milliarden Dollar, nach 2,1 Milliarden Dollar in der Vorjahresperiode. Dies entspricht einer Nettorendite von etwa 0,9 Prozent, nach rund 1,0 Prozent im ersten Quartal des Vorjahres. Dies entspricht laut Firmenangaben einem Rückgang von 0,2 Prozentpunkten.

Die Versicherungsgruppe unter der Führung von Mario Greco weisst in ihrer Medienmitteilung allerdings auf ihre starke Kapitalbasis hin. So betrug per 1. Januar etwa die Solvenz nach dem Schweizer Solvenztest (SST) passable 189 Prozent.

Zurich-Finanzchef George Quinn im Interview:

 

Ziele bleiben

Die Zurich Insurance Group hält weiter an den strategischen Zielen für die Periode 2014 bis 2016 fest und hat dabei im ersten Quartal 2016 wie erwartet die Guidance bezüglich Eigenkapitalrendite nicht ganz erfüllen können. Die Rendite auf dem Betriebsergebnis BOP weist die Zurich im Q1 mit 10,9 Prozent aus, während für die Strategieperiode ein Wert in der Bandbreite von 12 bis 14 Prozent angestrebt wird, wie es in der Präsentation zum Quartalsabschluss heisst.

Dagegen liegt die Zurich mit den weiteren Geschäftszielen im Soll. So steht die Kapitalquote nach dem «Zurich Economic Capital Model» (Z-ECM-Quote) Ende des ersten Quartals mit rund 110 Prozent in der angepeilten Bandbreite von 100 bis 120 Prozent und bezüglich netto Cash-Zuflüsse liegt die Gruppe mit kumuliert 7,6 Milliarden Dollar auf Kurs, das Ziel von mehr als 9 Milliarden Dollar per Ende Jahr zu erreichen.

(sda/reuters/awp/cfr/mbü/chb)

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