Die gewaltigen Verwüstungen in der chinesischen Hafenstadt Tianjin hat Konsequenzen für den Schweizer Versicherer Zurich und andere Assekuranz-Firmen. Die chinesischen Sparten von Allianz und Zurich sind nach eigenen Angaben noch dabei, die Schäden abzuschätzen. Beide Firmen bestätigten am Freitag auf Anfrage, dass sie erste Schadensmeldungen von Kunden aus den Bereichen Immobilien, Cargo und Schifffahrt bekommen hätten, nannten aber keine Details. Die Fälle würden derzeit geprüft.

Die Auswirkungen für die weltweiten Handelsströme sind allerdings geringer als unmittelbar nach den Detonationen befürchtet. Logistikfirmen und Reedereien berichteten, mehrere Containerterminals hätten am zweiten Tag nach den Detonationen ihre Arbeit wieder aufgenommen, einige würden noch repariert.

Grösster Auto-Umschlagplatz

Bei der Feuerbrunst in einem Industriegebiet in dem weltweit zehntgrössten Hafen waren Dutzende Menschen ums Leben gekommen, darunter viele Feuerwehrleute. Auf Bildern aus dem verwüsteten Hafengebiet, Chinas grösstem Umschlagplatz für importierte Autos, waren hunderte ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen. Berichten chinesischer Medien zufolge waren darunter mehr als 2700 Neuwagen von VW.

Der Wolfsburger Autobauer selbst teilte mit, die exakte Zahl stehe noch nicht fest. Eine Einsatzgruppe sei dabei, sich um die Mitarbeiter in der Region zu kümmern und die Schäden aufzunehmen. Der französische Hersteller Renault sprach von 1500 zerstörten Autos, die in einem Lagerhaus im Hafen standen.

Das grosse PKW-Zählen hat begonnen

Die koreanischen PKW-Bauer Hyundai und Kia hatten nach eigenen Angaben rund 4000 Fahrzeuge in der Nähe des Explosionsortes, konnten aber ebenfalls nicht sagen, wieviele davon beschädigt wurden. Auch Hersteller wie Ford oder Nissan überprüften ihre PKW-Bestände vor Ort. Der japanische Toyota-Konzern liess am Freitag offen, ob in seinem Werk innerhalb des Industriegebiets, das jetzt eine Woche Betriebsferien hatte, am Montag die Produktion wieder startet.

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Trotz des Ausmasses der Tragödie geht der Betrieb des Hafens wieder weiter. Vier Terminals sind mittlerweile wieder in Betrieb, die Fahrrinne zum Hafen ist inzwischen auch für einfahrende Schiffe wieder offen. Verzögerungen gibt es aber noch beim Zoll, da deren Verwaltungsgebäude beschädigt sind.

(reuters/ise)