Das 3. Quartal 2009 ist das siebte in Folge mit rückläufiger M&A-Aktivität. Da es seit dem 2. Quartal keine nennenswerten politischen oder wirtschaftlichen Unternehmensanreize gab, haben wir keine deutlichen Änderungen erwartet. Trotz des leichten Rückgangs der Anzahl der Geschäfte sind deren Durchschnittspreise im 2. Quartal in Folge gestiegen. Der Private Company Price Index, der von BDO im britischen Markt erhoben wird, weist einen Anstieg um 5% auf 11,7 aus (die Firmen wurden zum 11,7-Fachen ihrer historischen Gewinne nach Steuern verkauft), während der Private Equity Price Index eine Wertzunahme um 4% von 11,8 auf 12,3 ausweist.

Niedriges Transaktionsvolumen

Der leichten Volumenzunahme verfügbarer Bankkredite an Unternehmen steht eine Verschärfung der Bedingungen für kreditfinanzierte Geschäfte gegenüber. Dies ist eine primäre Ursache für die anhaltend niedrigen Transaktionsvolumen und zeigt sich natürlich auch beim Geschäftsvolumen der Private-Equity-Gesellschaften. Deren Unvermögen, ausreichend Kredite für Transaktionen zu beschaffen, wird an der Anzahl der im Laufe dieses Jahres abgeschlossenen grösseren Geschäfte (über 250 Mio Pfund) deutlich. Nur 3 der 26 grossen Geschäftsabschlüsse 2009 erfolgten unter Private-Equity-Beteiligung - während allein im letzten Quartal neun gewerbliche Verkaufsgeschäfte stattfanden.

Die Bewertung börsennotierter Unternehmen durch die öffentlichen Märkte ist seit Anfang 2009 in erstaunlichem Ausmass gestiegen. Der Financial Times Non-Financials Index stieg allein zwischen Juni und September 2009 um 33% und steht aktuell um 13% höher als im September vergangenen Jahres. Obwohl dies darauf hindeutet, dass institutionelle Anleger dem zugrundeliegenden Geschäft einen höheren Wert beimessen als seit Beginn der Kreditkrise, gibt es kaum eine direkte Korrelation zwischen dieser Bewertung und dem Wert, zu dem Privatunternehmen ihren Eigentümer wechseln.

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Leichte Erholung der Preise

Der Anstieg der für die wenigen derzeit abgewickelten Transaktionen gezahlten gewinnbezogenen Preise ist Ausdruck eines allgemein zunehmenden Optimismus im Corporate-Finance-Sektor. Die Stimmung der privaten Verkäufer hat sich, wohl aus vielerlei Gründen, unübersehbar positiv verändert. Diese Tendenz ist auch in der Schweiz zu erkennen. Mit Freude dürfen wir eine erhöhte Nachfrage nach Verkaufsprojekten feststellen. Dies führt zu einer leichten Erholung der Preise. Auch die viel zitierte Kreditklemme beurteilen wir aus unserer Sicht als nicht gegeben.

Dass die Transaktionsvolumen weitgehend denen des letzten Quartals entsprechen, überrascht nicht, aber wir freuen uns alle darüber, dass die Bewertungen zum zweiten Mal in Folge gestiegen sind. Niemand wird erwarten, dass das, was auf den öffentlichen Märkten geschieht, auf den privaten Sektor übergreifen wird, doch es trägt zur eher optimistischen Prägung des CF-Sektors bei.

Dennoch können wir nicht ausser Acht lassen, dass ein erheblicher Teil aller Transaktionen (69%) auf nicht offengelegte Geschäfte entfällt, zumal dies allgemein als Zeichen für Not- oder Restrukturierungsverkäufe gewertet wird. In den meisten Sektoren bleibt das Geschäft zwar hart, aber einige dieser Indikatoren sollten uns zuversichtlich stimmen.

 

 


Den PCPI/PEPI bestmöglich nutzen

Der Private Company Price Index (PCPI) resp. der Private Equity Price Index (PEPI) verfolgt die Beziehung zwischen dem aktuellen rollierenden Viermonatsdurchschnitt der P/E-Ratio nach dem FTSE (London Stock Exchange Index) Non-Financials Index und den aktuell bezahlten Preisen beim Verkauf nicht börsennotierter Unternehmen an Corporate- resp. Private Equity-Buyers.

Das P/E-Ratio nach dem FTSE Non-Financials-Index wird aus den in der «Financial Times» veröffentlichten P/E berechnet. Das P/E-Ratio nicht börsennotierter Unternehmen wird aus öffentlich zugänglichen Daten über die im Quartal vollzogenen Transaktionen berechnet. Momentan zeigt der PCPI, dass nicht börsennotierte Unternehmen zum 11,7-Fachen ihrer historischen Gewinne nach Steuern an Corporate-Buyers verkauft werden. Dem PEPI ist zu entnehmen, dass nicht börsennotierte Unternehmen zum 12,3-Fachen ihrer historischen Gewinne nach Steuern an Private-Equity Buyers verkauft werden.

Der PCPI/PEPI dokumentiert den bei der Bewertung zugrunde gelegten Abschlag gegenüber börsennotierten Unternehmen. Dieser Abschlag erlaubt es, Bewertungstechniken für nicht börsennotierte Unternehmen desselben Sektors zu nutzen, die eigentlich nur auf börsennotierte Unternehmen anwendbar sind.(mf)