Das auf die Suche von Führungskräften spezialisierte Beratungsunternehmen Egon Zehnder sorgt sich um die Auswirkungen der Masseneinwanderungsinitiative. Laut dem Marktführer in der Schweiz und Europa stieg die Verunsicherung unter ausländischen Topmanagern spürbar.

Die kritischen Fragen zur Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Schweiz nähmen zu, sagte Philippe Hertig, Partner von Egon Zehnder, an der Jahresmedienkonferenz in Zürich.

Trend geht in die falsche Richtung

Werte wie Stabilität, Verlässlichkeit oder Liberalismus würden zunehmend ersetzt durch neue Wahrnehmungen wie Abschottung, Ausländerfeindlichkeit, Regulierung, Bürokratisierung und Unsicherheit. Dies liege auch an anderen politischen Kampagnen wie der Abzocker-, der 1:12- oder der Mindestlohn-Initiative.

Der Trend gehe in die falsche Richtung, sagte Hertig. Gut qualifizierte Führungskräfte hätten die Wahl und seien geografisch mobil. Das führe dazu, dass sie Alternativen in anderen Ländern ernsthaft in Betracht zögen. In internationalen Unternehmen werde der «Plan B», der Wegzug von der Schweiz, zwar noch nicht umgesetzt, jedoch neu als Szenario überprüft.

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Dennoch zuversichtlich

Egon Zehnder ist für das eigene Geschäft dennoch zuversichtlich. Die Aussichten seien in diesem Jahr eindeutig positiver als 2013, sagte Hertig. Vor allem in Asien und Amerika zeichne sich weiteres Wachstum ab.

Im Geschäftsjahr 2013 (per Ende Oktober) sank der Umsatz um 2 Prozent auf 579,8 Millionen Franken. Das Unternehmen mit 1650 Mitarbeitenden erzielte 78 Prozent des Umsatzes mit der Suche nach Führungskräften.

(sda/dbe/sim)