Wie ist Ihre Reaktion auf den Zusammenschluss von Orell Füssli und Thalia?
Marianne Sax: Die beiden machen ihre Sache gut, sowohl im stationären wie im digitalen Buchhandel. Orell Füssli und Thalia haben mit buch.ch und books.ch auch die tollen Adressen. Amazon beherrscht in der Schweiz einen grossen Teil des Online-Marktes. Da bin ich froh, dass sich mit Orell Füssli und Thalia eine grosse Firma dem entgegen stellt.

Haben Sie keine Angst vor dem Zusammenschluss?
Nein.

Warum nicht?
Welche Auswirkungen dies auf den kleinen und mittelern Buchhandel hat, kann ich nicht sagen. Denn dies hängt von der Filialtaktik der beiden ab. Werden sie in den Städten expandieren und aktiv Buchhandlungen verdrängen? Dies glaube ich aber nicht. Das war die Taktik Anfang des neuen Jahrhunderts.

Zusammen werden Orell Füssli und Thalia aber 36 Buchhandlungen betreiben. Rechnen Sie mit Schliessungen?
Ich gehe davon aus, dass es an einzelnen Orten zu Veränderungen kommt - etwa dort, wo Orell Füssli und Thalia zwei Filialen in derselben Strasse haben.

Was glauben Sie, hat der Zusammenschluss für einen Einfluss auf den Buchpreis?
Das wird eher keinen Einfluss auf den Preis haben. Wir haben das jetzt bei den Filialschliessungen bei Exlibris gesehen. Eine zu aggressive Preispolitik hat da das Unternehmen in den Rückzug getrieben. Die Stärke des stationären Buchhandels wird weiter die Beratung sein. Auch Beratung im Bereich von E-Books ist gefragt. Wir kennen unsere Kunden und deren Bedürfnisse.

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