Die Lufthansa ändert nach dem offenbar vom Piloten absichtlich verursachten Absturz einer Germanwings-Maschine die Sicherheitsregeln. Danach müssten sich während eines Fluges zu jedem Zeitpunkt zwei autorisierte Personen im Cockpit aufhalten, teilte die Lufthansa am Freitag mit.

Die Passagier-Airlines des Lufthansa-Konzerns, also neben den deutschen Fluglinien auch Swiss und Austrian, sollten so schnell wie möglich in Abstimmung mit ihren jeweiligen Aufsichtsbehörden das neue Verfahren umsetzen. Damit folgt die Lufthansa anderen Fluglinien. In einigen Ländern wie den USA ist es schon länger Standard, dass keine Person je alleine im Cockpit sein darf.

Crash als Auslöser

Auslöser ist das Flugzeugunglück vom Dienstag in den französischen Alpen, bei dem 150 Menschen ums Leben kamen. Ermittler gehen davon aus, dass der Copilot sich allein im Cockpit verschanzte und das Flugzeug absichtlich in einen Berg steuerte. Der Todespilot war am Absturztag krankgeschrieben. Medienberichte, wonach er an einer psychischen Erkrankung litt, bestätigte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft nicht.

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Die europäische Flugaufsichtsbehörde EASA wird künftig möglicherweise die ständige Anwesenheit von zwei Personen im Cockpit empfehlen. «Das ist eine Möglichkeit, die derzeit geprüft wird», sagte ein mit den Gesprächen vertrauter Insider der Nachrichtenagentur Reuters. «Es wäre dann allerdings keine Vorschrift, sondern eine Empfehlung.» Dies würde zu rascheren Ergebnissen führen als ein länglicher Gesetzgebungsprozess.

(sda/reuters/ise/ama)