Meist wird St. Gallen als die Wirtschaftsuniversität der Schweiz genannt. Dieses Bild ist falsch – zumindest wenn es um Volkswirtschaftslehre geht. «Zürich hängt alle ab» titelte das deutsche «Handelsblatt» Anfang Oktober. In der Untersuchung der Zeitung zu den 25 besten deutschsprachigen Universitäten im Bereich der Volkswirtschaftslehre liegt Zürich klar an der Spitze – St. Gallen folgt auf Rang 7, die ETH belegt Rang 10, Bern Rang 13 und Basel Rang 18. Das Bild bestätigt sich auch im grössten internationalen Ranking aus den USA (durch Ideas). Zürich hängt auch dort alle anderen deutschsprachigen Universitä- ten im Fach Volkswirtschaftslehre ab.

Zwei herausragende Kapazitäten

Wichtigstes Kriterium für die Ranglisten sind Veröffentlichungen der Dozierenden aus den jeweiligen Fakultäten in den internationalen Top-Publikationen des Fachs. Insgesamt zwölf Ökonomen der Universität Zürich sind unter den 83 führenden deutschsprachigen Ökonomen im Ranking des «Handelsblatts» vertreten. Doch vor allem Ernst Fehr und Bruno S. Frey begründen den Ruhm der Zürcher Volkswirtschafter. Im Ranking der deutschen Wirtschaftszeitung nimmt Ernst Fehr den ersten Rang ein. Bruno S. Frey wiederum führt die Liste der Top 200 Ökonomen an, die nach ihrem Lebenswerk bewertet werden. Im internationalen Ranking von Ideas, das die weltweit 5% besten Ökonomen kürt, sind sowohl Ernst Fehr wie auch Bruno S. Frey vertreten.

Mehrfachpionier Bruno S. Frey

Während Ernst Fehr durch seine experimentelle Ökonomie und die Hirnforschung den Olymp der Ökonomen erst vor kurzem erklommen hat, befindet sich Bruno S. Frey schon eine Weile dort. Der heute 67-jährige Frey war schon im Alter von 29 Jahren ordentlicher Professor und hat sich seither bevorzugt mit Themen auseinandergesetzt, die noch vor kurzem nicht zum Gebiet der Ökonomen zählten: So war er mit anderen zusammen Wegbereiter der Ökonomie der Politik (Public Choice), der Kunst und jener des Glücks. Auch beim Einbezug der Psychologie in die Ökonomie gehört er zu den Pionieren. Der jüngere Ernst Fehr wandelt in gewissem Sinn auf den Pfaden weiter, die unter anderem Bruno S. Frey angelegt hat.

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