GEBÄUDESANIERUNG . Der Anfang 2007 lancierte Innovationspreis Erdgas prämiert zukunftsweisende Projekte zur Sanierung von Mehrfamilienhäusern nach dem Minergiestandard. Die Preisverleihung fand zur Eröffnung der Schweizer Hausbau- und Energie-Messe Bern statt.

Den mit 30 000 Fr. dotierten Preis für das «Beste Gesamtprojekt» holten Weiss + Kaltenrieder AG, Arch. SIA, Bern, IBC Oberhofen GmbH (Heizung), Grünig + Partner AG, Liebefeld (Sanitär), für die erste Minergiesanierung eines Hochhauses in der Schweiz. Mit einem Konzept, das Wärmedämmung, Erdgasheizung, Wohnungslüftung und Abwärmenutzung kombiniert, kommt das 19-stöckige Haus in Bern auf 43,7 kWh/m2a (Minergieliste BE-026). Die Gebäudehülle wurde mit 10 cm Mineralwolle gedämmt und mit Aluminiumverbundplatten geschützt. Die Balkonfronten wurden verglast. Die hier vorgewärmte Aussenluft gelangt durch ein Gitter ins Wohnzimmer. Über die Badezimmerabluft entsteht eine kontrollierte Lüftung. Deren Abwärme heizt über eine Wärmepumpe das Warmwasser vor. Die Nachheizung besorgt ein Doppel-Gas-Kondensationskessel, der von 32,1–300 kW stufenlos moduliert. Dieser deckt auch den Grundlast-Wärmebedarf.«Architekt und Haustechnikplaner haben aus der bestehenden Situation, der vorhandenen Bausubstanz, aber auch aus dem Auftrag der Bauherrschaft ein Optimum herausgeholt», lobte Dr. Jean-Claude Weber, Jury-Präsident, Erdgas Zürich AG, namens der Jury. «Generell zeichnet sich die Erneuerung durch die Einfachheit der Lösungen aus und belegt, dass bei einer gesamtheitlichen Betrachtungsweise von Gebäudehülle und Haustechnik energieeffiziente, kostengünstige und architektonisch ansprechende Sanierungen realisierbar sind.»

Jurypreis für spezielles Objekt

Der Jurypreis (10 000 Fr.) ging an René Schmid Architekten, Zürich, Schüpbach Engineering AG, Glattbrugg, für ein Projekt zur Sanierung zweier 7-Familien-Häuser durch Wärmedämmung, Eigenstromerzeugung mit BHKW und Photovoltaik für eine Wärmepumpe, Solarkollektoren für Warmwasser und Komfortlüftung. Weil die Eigenstromerzeugung vom Energiebedarf für Wärme mit Faktor 2 abgezogen werden kann, resultiert eine gewichtete Endenergiekennzahl von 35 kWh/m2a (Minergiegrenzwert: 80 kWh/m2a). «Dieses Projekt landete in der Beurteilung durch die Jury in allen Kategorien auf dem undankbaren zweiten Rang. Die Jury wollte es dennoch nicht leer ausgehen lassen und entschied sich, einen Jurypreis auszusprechen», führte Prof. Andrea Deplazes, Departement Architektur ETH Zürich, namens der Jury aus. «Beeindruckt haben insbesondere die konsequente Wärmedämmstrategie und der innovative Einsatz von Sonnenenergie und fossiler Energie, ebenso die Optimierung der Exergienutzung durch die Kombination von Wärme-Kraft-Koppelung mit einer Wärmepumpe.»

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