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Entlassungen
Zweifel an Novartis' Stammzellen-Strategie

Der Schweizer Pharmariese Novartis baut rund 120 Stellen in der Division für Zell- und Gentherapie ab - auch Basel ist betroffen. Was als «Integration» verkauft wird, ist offenbar ein grösserer Bruch.

Veröffentlicht am 02.09.2016

Der Schweizer Pharmariese Novartis baut im Zuge des Konzernumbaus rund 120 Stellen ab. Die Kürzungen betreffen vor allem Mitarbeiter an verschiedenen US-Standorten, aber auch in der Schweiz.

Die Zell- und Gentherapie-Einheit werde aufgelöst und in andere Teile des Unternehmens integriert, erklärte ein Firmensprecher. Hintergrund der Kürzungen ist die im Mai angekündigte Aufteilung des Kerngeschäfts in einen Krebsbereich und eine Sparte mit den restlichen Arzneien.

Effizienz steigern

Mit dem Abbau will das Basler Unternehmen, das mit Umsatzausfällen beim wichtigen Blutkrebsmedikament Glivec wegen der Konkurrenz durch günstigere Generika kämpft, die Effizienz steigern.

Die Kürzungen betreffen vor allem Mitarbeiter an verschiedenen US-Standorten. Doch auch der Standort Basel ist betroffen. Insgesamt beschäftigt Novartis rund 118'000 Personen. Trotz des Abbaus hält Novartis am Plan fest, Anfang kommenden Jahres die Zulassung einer Zelltherapie zur Behandlung einer Blutkrebs-Art in den USA und im späteren Jahresverlauf auch in Europa zu beantragen.

Fragen zur Strategie

Doch diese Beteuerungen werden vom Biopharma-Newsdienst Endpoints in Frage gestellt. Das Portal hat das komplette Firmenmemo erhalten, mit dem der oberste Manager der Division, Usman Azam, seine Kollegen über die Änderungen informierte. Darin ist die Rede davon, dass die meisten der leitenden Angestellten gehen müssten. Dies unterstreiche Befürchtungen in der Branche, dass sich Novartis von der Stammzellenforschung verabschieden wolle – und dies zu einem Zeitpunkt, wo die ersten Stammzellentherapien vor dem Markteintritt stünden, so Endpoints.

Erst vor zwei Jahren habe CEO Jimenez in einer Forbes-Coverstory erzählt, er wolle mit Stammzellen den Krebs besiegen. Doch wie ernst kann es ihm sein, wenn er von 400 Mitarbeitern deren 120 auf die Strasse stellt, fragt Endpoints.

(sda/chb/me)

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